6.3 Desinvestitionen, wesentliche Veräußerungsvorgänge und nicht fortgeführtes Geschäft

Desinvestitionen und wesentliche Veräußerungsvorgänge im Geschäftsjahr

Desinvestitionen und wesentliche Veräußerungsvorgänge des Geschäftsjahres 2015 sowie aus Vorjahren wirkten sich wie folgt aus:

Am 2. März 2015 hat Consumer Health den Verkauf von zwei Veterinärprodukten für Pferde, Legend / Hyonate und Marquis, an Merial Inc., Duluth, Georgia, USA, abgeschlossen. Es wurde ein Kaufpreis von 120 Mio € vereinbart. Die Einmalzahlung wird abgegrenzt und als Umsatz und Ergebnis über vier Jahre für Legend / Hyonate bzw. drei Jahre für Marquis erfasst, da weitere signifikante Leistungsversprechen von Bayer bestehen.

Aus dem genannten Veräußerungsvorgang ergab sich im Geschäftsjahr 2015 kein Abgang von bilanzierten Vermögenswerten oder Schulden:

Veräußerte Vermögenswerte und Schulden aus Desinvestitionen

 

 

2014

 

2015

 

 

in Mio €

 

in Mio €

Geschäfts- oder Firmenwert

 

286

 

Patente und Technologien

 

62

 

Sonstige immaterielle Vermögenswerte

 

17

 

Sachanlagen

 

18

 

Sonstige langfristige Vermögenswerte

 

2

 

Vorräte

 

10

 

Sonstige kurzfristige Vermögenswerte

 

 

Andere Rückstellungen

 

 

Sonstige Verbindlichkeiten

 

 

Veräußertes Nettovermögen

 

395

 

Desinvestitionen und wesentliche Veräusserungsvorgänge im Vorjahr

Am 29. August 2014 hat Consumer Health den Verkauf des Interventional-Geschäfts an Boston Scientific Corporation, Natick, Massachusetts, USA, abgeschlossen. Der Verkauf umfasste das Thrombektomiesystem AngioJet™ und das Atherektomiesystem Jetstream™ sowie den Fetch™2-Absaugkatheter, der in der Kardiologie, Radiologie und Gefäßbehandlung eingesetzt wird. Der Gesamtpreis der Transaktion einschließlich der Gebühren für Übergangsleistungen an Boston Scientific und vor Working Capital Unter Working Capital wird die Differenz zwischen kurzfristigem Umlaufvermögen und kurzfristigen Verbindlichkeiten verstanden. Es wird berechnet durch den Abzug der kurzfristigen Verbindlichkeiten vom Umlaufvermögen (exklusive liquider Mittel). Die Veränderung des Working Capital wird in der Finanzierungsrechnung Beurteilung der Finanzlage des Unternehmens herangezogen. Ziel des Working-Capital-Managements ist eine geringere Kapitalbindung durch die Minimierung der „Finanzierungslücke“, die durch den Zeitraum zwischen Geldausgang (= Zahlung der benötigten Rohstoffe) und Geldeingang für das Fertigprodukt entsteht. -Anpassungen betrug 315 Mio €. Vor Berücksichtigung der Übergangsleistungen wurde ein Gewinn in Höhe von 80 Mio € in den sonstigen betrieblichen Erträgen sowie ein passivischer Abgrenzungsposten in Höhe von 2 Mio € ausgewiesen.

Am 1. Oktober 2014 ist die zwischen Bayer und Merck & Co., Inc., vereinbarte strategische Pharma-Kooperation auf dem Gebiet der Modulation von löslicher Guanylat-Zyklase (sGC) in Kraft getreten. Pharma und Merck & Co., Inc., übernehmen gemeinsam die Kontrolle über das Geschäft mit sGC-Modulatoren. Die Kooperation sieht eine hälftige Aufteilung der zukünftigen Netto-Cashflows zwischen Bayer und Merck & Co., Inc., vor. Von dem auf das Pharmasegment allokierten Geschäfts- oder Firmenwert wurden zum Zeitpunkt des Inkrafttretens der Kooperation 173 Mio € erfolgswirksam ausgebucht.

Nicht fortgeführtes Geschäft

Am 8. Juni 2015 wurde ein Vertrag über den Verkauf des Diabetes-Care-Geschäfts für rund eine Milliarde Euro an Panasonic Healthcare Holdings Co, Ltd., Tokio, Japan, geschlossen. Der Verkauf umfasst die führenden Contour™-Blutzuckermessgeräte und -sensoren, weitere Blutzuckermesssysteme wie Breeze™2 und Elite™ sowie Microlet™-Stechhilfen. Die Umsetzung des geschlossenen Vertrags beginnt am 4. Januar 2016. Es bestehen weitere signifikante Leistungsversprechen von Bayer. Die Leistungen werden im Laufe der nächsten zwei Jahre erbracht.

Die Diabetes-Care-Aktivitäten werden als Nicht fortgeführtes Geschäft Gegenteil zum fortzuführendem Geschäft. Geschäft das veräußert wurde oder in naher Zukunft veräußert werden soll. ausgewiesen. Entsprechende Angaben erfolgen aus Sicht des Bayer-Konzerns und bezwecken keine eigenständige Darstellung der entsprechenden Aktivitäten.

Im Einzelnen setzt sich das Ergebnis aus dem nicht fortgeführten Geschäft wie folgt zusammen:

Gewinn- und Verlustrechnung aus nicht fortgeführtem Geschäft

 

 

2014

 

2015

 

 

in Mio €

 

in Mio €

1

EBIT = Ergebnis vor Finanzergebnis und Steuern

Umsatzerlöse

 

900

 

947

Herstellungskosten

 

−357

 

−380

Bruttoergebnis vom Umsatz

 

543

 

567

 

 

 

 

 

Vertriebskosten

 

−349

 

−386

Forschungs- und Entwicklungskosten

 

−37

 

−48

Allgemeine Verwaltungskosten

 

−38

 

−36

Sonstige betriebliche Aufwendungen und Erträge

 

−8

 

−20

EBIT1

 

111

 

77

 

 

 

 

 

Finanzergebnis

 

 

 

 

 

 

 

Ergebnis vor Ertragsteuern

 

111

 

77

 

 

 

 

 

Ertragsteuern

 

−11

 

3

 

 

 

 

 

Ergebnis nach Ertragsteuern

 

100

 

80

Nachfolgend sind die Vermögenswerte und Schulden des nicht fortgeführten Geschäfts dargestellt:

Vermögenswerte und Fremdkapital aus nicht fortgeführtem Geschäft

 

 

31.12.2015

 

 

in Mio €

Langfristige Vermögenswerte

 

 

Geschäfts- oder Firmenwerte

 

36

Sonstige immaterielle Vermögenswerte

 

4

Sachanlagen

 

8

 

 

48

Kurzfristige Vermögenswerte

 

 

Vorräte

 

135

 

 

135

 

 

 

Gesamtvermögen

 

183

 

 

 

Langfristiges Fremdkapital

 

 

Pensionsrückstellungen und ähnliche Verpflichtungen

 

23

 

 

23

Kurzfristiges Fremdkapital

 

 

Andere Rückstellungen

 

89

 

 

89

 

 

 

Gesamtfremdkapital

 

112

Neben den Vermögenswerten des nicht fortgeführten Diabetes-Care-Geschäfts in Höhe von 183 Mio € wurden in der Bilanz zum 31. Dezember 2015 weitere 14 Mio € als zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte ausgewiesen.

Das nicht fortgeführte Geschäft wirkte sich auf die Kapitalflussrechnung des Bayer-Konzerns wie folgt aus:

Kapitalflüsse aus nicht fortgeführtem Geschäft

 

 

2014

 

2015

 

 

in Mio €

 

in Mio €

Zu- / Abfluss aus operativer Geschäftstätigkeit (Netto-Cashflow)

 

113

 

43

Zu- / Abfluss aus investiver Tätigkeit

 

−6

 

−4

Zu- / Abfluss aus Finanzierungstätigkeit

 

−107

 

−39

Veränderung Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente