26. Andere Rückstellungen

Die einzelnen Rückstellungskategorien entwickelten sich im Geschäftsjahr 2015 wie folgt:

Entwicklung Andere Rückstellungen

 

 

Sonstige Steuern

 

Umwelt­schutz

 

Restruk­turierung

 

Kunden- und Liefer­anten­verkehr

 

Rechts­streitig­keiten

 

Personal

 

Sonstige

 

Summe

 

 

in Mio €

 

in Mio €

 

in Mio €

 

in Mio €

 

in Mio €

 

in Mio €

 

in Mio €

 

in Mio €

Vorjahreswerte angepasst

31.12.2014

 

65

 

283

 

173

 

1.851

 

770

 

2.751

 

230

 

6.123

Akquisitionen / Desinvestitionen

 

 

 

 

48

 

26

 

 

2

 

76

Zuführung

 

37

 

51

 

290

 

4.297

 

97

 

2.836

 

292

 

7.900

Inanspruchnahme

 

−21

 

−64

 

−131

 

−3.569

 

−269

 

−2.283

 

−175

 

−6.512

Auflösung

 

−5

 

−4

 

−20

 

−509

 

−19

 

−281

 

−71

 

−909

Umgliederung in das zur Veräußerung gehaltene Fremdkapital

 

 

 

 

−76

 

 

 

−5

 

−81

Aufzinsung

 

 

−1

 

 

 

 

11

 

1

 

11

Währungsänderungen

 

−11

 

7

 

−6

 

71

 

58

 

65

 

−7

 

177

31.12.2015

 

65

 

272

 

306

 

2.113

 

663

 

3.099

 

267

 

6.785

Für die im Geschäftsjahr 2015 bilanzierten Rückstellungen werden die folgenden Mittelabflüsse erwartet:

Erwartete Mittelabflüsse Andere Rückstellungen

 

 

Sonstige Steuern

 

Umwelt­schutz

 

Restruk­turierung

 

Kunden- und Liefer­anten­verkehr

 

Rechts­streitig­keiten

 

Personal

 

Sonstige

 

Summe

 

 

in Mio €

 

in Mio €

 

in Mio €

 

in Mio €

 

in Mio €

 

in Mio €

 

in Mio €

 

in Mio €

2016

 

28

 

31

 

102

 

2.006

 

539

 

2.123

 

216

 

5.045

2017

 

1

 

29

 

73

 

46

 

50

 

230

 

5

 

434

2018

 

 

27

 

78

 

33

 

5

 

152

 

1

 

296

2019

 

 

16

 

6

 

7

 

1

 

146

 

1

 

177

2020

 

1

 

4

 

5

 

6

 

3

 

55

 

1

 

75

2021 und später

 

35

 

165

 

42

 

15

 

65

 

393

 

43

 

758

Gesamt

 

65

 

272

 

306

 

2.113

 

663

 

3.099

 

267

 

6.785

Den Rückstellungen standen Erstattungsansprüche in Höhe von 97 Mio € (Vorjahr: 124 Mio €) gegenüber, die als Forderung aktiviert wurden. Sie bezogen sich im Wesentlichen auf Erstattungsansprüche aus der Produkthaftung.

26.1 Sonstige Steuern

Die Rückstellungen für sonstige Steuern umfassten im Wesentlichen Rückstellungen für Umsatzsteuernachzahlungen sowie für lokale Steuern in Brasilien.

26.2 Umweltschutz

Die Rückstellungen für Umweltschutz betrafen im Wesentlichen die Sanierung kontaminierter Standorte, die Nachrüstung von Deponien sowie Rekultivierungs- und Wasserschutzmaßnahmen.

26.3 Restrukturierungen

Von den Rückstellungen für Restrukturierungen entfielen 180 Mio € (Vorjahr: 126 Mio €) auf Abfindungen und 126 Mio € (Vorjahr: 47 Mio €) auf sonstige Restrukturierungsaufwendungen, die sich im Wesentlichen aus sonstigen mit der Aufgabe von Produktionseinrichtungen verbundenen Kosten zusammensetzten.

Bei HealthCare wurden im Rahmen des Programms „Continuous Efficieny“ Restrukturierungsmaßnahmen durchgeführt, die vor allem auf die Restrukturierung des Marketingbereichs sowie die weitere Optimierung des Supply-Netzwerkes gerichtet waren. Ebenfalls einen Schwerpunkt bildete die weitere Umsetzung der Integration der im Vorjahr erworbenen Geschäfte im Segment Consumer Health. Für die genannten und weitere Maßnahmen bestanden zum 31. Dezember 2015 Restrukturierungsrückstellungen in Höhe von 94 Mio €. Davon entfielen 83 Mio € auf Abfindungen und 11 Mio € auf sonstige Restrukturierungsaufwendungen.

Bei CropScience wurden in den USA die in den Vorjahren begonnenen Restrukturierungsmaßnahmen, bei denen mehrere Produktionsanlagen für die Herstellung von Carbamaten sowie ein Formulierungsstandort geschlossen wurden, weiter umgesetzt. Gleichzeitig wurden die Rückstellungen an den noch zu erwartenden Bedarf angepasst und entsprechend erhöht. Die Restrukturierungsrückstellungen für die genannten und weitere Maßnahmen betrugen zum 31. Dezember 2015 99 Mio €. Davon entfielen 34 Mio € auf Abfindungen und 65 Mio € auf sonstige Restrukturierungsaufwendungen.

Die Restrukturierungsmaßnahmen bei Covestro umfassten im Wesentlichen die Schließung der Produktionsanlagen am Standort Belford Roxo, Brasilien, sowie die Schließung einer Anlage zur Produktion von MDI am Standort Tarragona in Spanien. Von beiden Maßnahmen war vor allem die Business Unit Polyurethanes betroffen. Die Restrukturierungsrückstellungen betrugen zum 31. Dezember 2015 105 Mio €. Davon entfielen 55 Mio € auf Abfindungen und 50 Mio € auf sonstige Restrukturierungsaufwendungen.

In den Zentralfunktionen wurden Restrukturierungsmaßnahmen zur Effizienzsteigerung durchgeführt. Die Restrukturierungsrückstellungen hierfür betrugen zum 31. Dezember 2015 8 Mio €, die komplett auf Abfindungen entfielen.

26.4 Kunden- und Lieferantenverkehr

Die Rückstellungen für Kunden- und Lieferantenverkehr umfassten Rückstellungen für Rabatte, Skonti und andere Verkaufspreisanpassungen, Produktrücknahmen, ausstehende Eingangsrechnungen sowie drohende Verluste bzw. belastende Verträge.

26.5 Rechtsstreitigkeiten

Die aus heutiger Sicht wesentlichen Rechtsrisiken und deren Entwicklung werden in Anhangangabe [32] dargestellt.

26.6 Personal

Mit den Personalrückstellungen wird bilanzielle Vorsorge vor allem für variable Einmalzahlungen im Rahmen von Short-Term-Incentive-Programmen sowie für aktienbasierte Entlohnung getroffen. Weiterhin sind hier Verpflichtungen für Zahlungen aufgrund von Mitarbeiterjubiläen, Vorruhestandsregelungen und Altersteilzeitvereinbarungen ausgewiesen. Abfindungsleistungen aus Restrukturierungen sind unter Rückstellungen für Restrukturierungen ausgewiesen.

Aktienprogramme

Die Aktienprogramme des Bayer-Konzerns sind nach Mitarbeitergruppen differenzierte Kollektivzusagen. Grundsätzlich werden – wie für Vergütungssysteme mit Barausgleich gemäß IFRS 2 (Share-based Payment) vorgesehen – alle Verpflichtungen, die aus den aktienbasierten Programmen hervorgehen, durch Rückstellungen berücksichtigt, deren Höhe zum Bilanzstichtag dem beizulegenden Zeitwert der erdienten Anteile der jeweiligen Zusagen an die Mitarbeitergruppen entspricht. Alle daraus resultierenden Wertänderungen werden aufwandswirksam erfasst.

Die nachfolgende Tabelle zeigt die Entwicklung der für die jeweiligen Programme gebildeten Rückstellungen:

Entwicklung Rückstellungen für aktienbasierte Programme

 

 

Aspire I vierjähriges Programm

 

Aspire II vierjähriges Programm

 

Aspire I vierjähriges Programm Covestro

 

Aspire II vierjähriges Programm Covestro

 

Summe

 

 

in Mio €

 

in Mio €

 

in Mio €

 

in Mio €

 

in Mio €

31.12.2014

 

142

 

311

 

0

 

0

 

453

Zuführung

 

81

 

229

 

2

 

5

 

317

Inanspruchnahme

 

−57

 

−106

 

 

 

−163

Auflösung

 

−24

 

−59

 

 

 

−83

Umgliederung

 

−20

 

−54

 

20

 

54

 

Währungsänderungen

 

3

 

18

 

 

 

21

31.12.2015

 

125

 

339

 

22

 

59

 

545

Der Wert der Aspire-Programme, die zum Jahresende 2015 vollständig erdient waren und zu Beginn des Jahres 2016 zur Auszahlung kamen, betrug 230 Mio € (Vorjahr: 151 Mio €).

Der Nettoaufwand für alle aktienorientierten Vergütungsprogramme betrug 248 Mio € (Vorjahr: 212 Mio €), davon entfielen 6 Mio € (Vorjahr: 5 Mio €) auf das BayShare-Aktien-Beteiligungsprogramm und 8 Mio € (Vorjahr: 10 Mio €) auf gewährte virtuelle Bayer-Aktien.

Die Höhe des beizulegenden Zeitwerts der Verpflichtungen aus den aktienbasierten Programmen wurde auf der Grundlage einer Monte-Carlo-Simulation ermittelt, die auf folgenden wesentlichen Parametern basierte:

Parameter Monte-Carlo-Simulation

 

 

2014

 

2015

Dividendenrendite

 

1,89 %

 

1,96 %

Risikoloser Zinssatz vierjähriges Programm

 

−0.079 %

 

−0.159 %

Volatilität Bayer-Aktie

 

23,39 %

 

25,61 %

Volatilität EURO STOXX 50

 

18,11 %

 

19,08 %

Korrelation zwischen dem Bayer-Aktienkurs und dem EURO STOXX 50

 

0,76

 

0,83

Langfristiges Vergütungsprogramm für Mitglieder des Vorstands sowie für die obere Führungsebene (Aspire I)

Mitglieder des Vorstands und Mitarbeiter der oberen Führungsebene sind seit dem Jahr 2005 zur Teilnahme an Aspire I berechtigt, soweit sie nach vorgegebenen Richtlinien eine individuell festgelegte Anzahl an Bayer-Aktien erwerben und dieses Eigeninvestment über die Programmlaufzeit halten. Bemessungsbasis für Aspire I ist ein individueller, positionsabhängiger Prozentwert vom jährlichen Grundgehalt (Aspire-Zielbetrag). In Abhängigkeit von der absoluten Kursentwicklung der Bayer-Aktie sowie von der relativen Performance im Vergleich zum Aktienindex EURO STOXX 50, jeweils bezogen auf eine vierjährige Performance-Periode, wird nach Ablauf des Programms an die Teilnehmer ein Betrag von maximal 300 % des Aspire-Zielbetrags ausgezahlt. Bei der Ermittlung des Auszahlungsbetrages wird als Start- und als Endwert ein Durchschnitt über die letzten 30 Börsenhandelstage des jeweiligen Jahres zugrunde gelegt. Die im Jahr 2011 ausgegebene vierjährige Tranche endete mit Ablauf des Jahres 2014 und wurde zu Beginn des Geschäftsjahres in maximaler Höhe (300 %) ausgezahlt.

Langfristiges Vergütungsprogramm für das mittlere Management (Aspire II)

Für die übrigen Führungskräfte und für das mittlere Management wird seit dem Jahr 2005 Aspire II angeboten. Das Programm wurde 2012 auf weitere leitende Angestellte ausgedehnt. Es entspricht in seinen Grundzügen Aspire I. Im Gegensatz zu diesem ist ein Eigeninvestment in Bayer-Aktien allerdings nicht erforderlich. Zudem wird die Performance ausschließlich an der absoluten Kursentwicklung der Bayer-Aktie gemessen, bezogen auf eine vierjährige Performance-Periode. Der maximal erreichbare Ertrag ist auf 250 % des Aspire-Zielbetrags begrenzt. Bei der Ermittlung des Auszahlungsbetrages wird als Start- und als Endwert ein Durchschnitt über die letzten 30 Börsenhandelstage des jeweiligen Jahres zugrunde gelegt. Die im Jahr 2011 ausgegebene vierjährige Tranche endete mit Ablauf des Jahres 2014 und wurde zu Beginn des Geschäftsjahres in maximaler Höhe (250 %) ausgezahlt.

Bayshare 2015

Allen Managementebenen und Tarifmitarbeitern wurde unter dem Namen „BayShare“ ein Aktien-Beteiligungsprogramm angeboten, bei dem Bayer einen Zuschuss zu einem Eigeninvestment in Bayer-Aktien gewährt. Die Höhe des Zuschusses, der jährlich neu festgelegt wird, belief sich auf 20 % (Vorjahr: 20 %) des Zeichnungsbetrags. Die Mitarbeiter gaben einen festen Betrag an, für den sie Aktien zeichnen wollten. Je nach Position des Mitarbeiters war der Gesamtbetrag für den Aktienerwerb in Deutschland auf 2.500 € (Vorjahr: 2.500 €) bzw. 5.000 € (Vorjahr: 5.000 €) begrenzt. Die erworbenen Aktien unterliegen einer Veräußerungssperre, die jeweils am 31. Dezember des Jahres endet, das dem Jahr des Aktienerwerbs folgt. Diese ist unabhängig vom Verbleib des Mitarbeiters im Konzern.

Im Jahr 2015 wurden im Rahmen des BayShare-Programms insgesamt rund 208.000 Aktien (Vorjahr: 225.000 Aktien) durch die Mitarbeiter erworben.

Sonderregelung für Aspire-Programme Covestro

Aufgrund der rechtlichen Verselbstständigung der Covestro-Gesellschaften und dem anschließenden Börsengang der Covestro AG wurden die oben beschriebenen Vergütungsprogramme für Covestro-Mitarbeiter im Dezember 2015 angepasst.

Für die Tranche 2012 der beiden Aspire-Programme wurde analog den Aspire-Programmen für Bayer-Mitarbeiter verfahren. Aufgrund der Kursentwicklung der Bayer-Aktie wurde für beide Programme (Aspire I und Aspire II) der maximale Auszahlungsbetrag erreicht, so dass diese zu Beginn des Jahres 2016 in maximaler Höhe (300 % bzw. 250 %) zur Auszahlung kamen.

Für die Bewertung der drei weiteren, derzeit laufenden LTI-Tranchen 2013, 2014 und 2015 wurde der Durchschnittskurs der Bayer-Aktie an den letzten 30 Börsenhandelstagen des Jahres 2015 herangezogen (119,17 €) und vorab als verbindlicher Endkurs festgeschrieben. Dadurch wurde bereits zum Ende des Jahres 2015 die Höhe der Auszahlung – vollständige Erdienung vorausgesetzt – für die drei noch laufenden Tranchen verbindlich festgelegt. Eine Auszahlung von mindestens 100 % wird garantiert. Durch diese Planänderung entstand im Geschäftsjahr ein zusätzlicher Aufwand von 7 Mio €.

26.7 Sonstige Rückstellungen

Die sonstigen Rückstellungen enthielten Rückstellungen für sonstige Verbindlichkeiten, Rückstellungen für Eventualverbindlichkeiten aus Unternehmenszusammenschlüssen sowie Entsorgungsverpflichtungen, sofern diese nicht als Rückstellung für Umweltschutz erfasst waren.