1.5 Unternehmensinternes Steuerungssystem

Die wirtschaftliche Planung und Steuerung der Geschäftseinheiten erfolgt über vom Vorstand verabschiedete Rahmenvorgaben, die im Strategieprozess weiter ausgestaltet werden. In der operativen Budgetplanung werden diese in konkrete, messbare Ziele übersetzt. Der Planungs- und Steuerungsprozess wird vervollständigt durch die laufende Überprüfung der Geschäftsentwicklung mit regelmäßig aktualisierten Einschätzungen wesentlicher Steuerungs- und Leistungskennzahlen. In deren Rahmen werden die Umsetzung der strategischen Ziele verfolgt und Maßnahmen zur Gegensteuerung bei Planabweichungen eingeleitet.

Ein vorrangiges Ziel des Bayer-Konzerns ist die kontinuierliche Steigerung des Unternehmenswerts. Zur Planung, Steuerung und Kontrolle unserer Geschäftsentwicklung verwenden wir daher folgende Steuerungsgrößen:

Auf strategischer Ebene sind die wertorientierte Steuerungsgröße Cash Value Added (CVA) Diese Kennzahl ergibt sich aus der Differenz von Brutto-Cashflow und der Brutto-Cashflow-Hurdle und ist somit der Teil des Brutto- Cashflows, der über die Verzinsungs- und Reproduktionsansprüche hinausgeht. Ist der Cash Value Added positiv, so konnten die Reproduktions- und Verzinsungsansprüche der Kapitalgeber erfüllt und Wert für das Unternehmen geschaffen werden. zusammen mit dem Cash Flow Return on Investment (CFROI) die maßgeblichen Kennzahlen. Diese wertorientierten Steuerungsgrößen unterstützen das Management in erster Linie bei strategischen Entscheidungen im Hinblick auf die Optimierung des Portfolios sowie bei der Ressourcenallokation für Akquisitionen und Investitionen. Im Geschäftsjahr 2015 erzielte Bayer einen positiven CVA von 1.285 Mio € sowie einen CFROI von 9,6 %. (Zur näheren Erläuterung dieser Kennzahlen siehe Kapitel 14.4 „Wertorientierte Konzernsteuerung“.)

Auf operativer Ebene bilden Umsatz- und Ergebnisgrößen die maßgeblichen wirtschaftlichen Steuerungselemente innerhalb des Bayer-Konzerns. Hierbei liegt bei den Ergebnisgrößen ein besonderes Augenmerk auf dem um Sondereinflüsse bereinigten EBITDA ( EBIT Ergebnis nach Ertragsteuern zuzüglich Ertragsteueraufwand und zuzüglich Finanzergebnis. Die Kennzahl ist nach den internationalen Rechnungslegungsvorschriften nicht definiert. zuzüglich der in der Periode erfolgswirksam erfassten planmäßigen und außerplanmäßigen Abschreibungen bzw. abzüglich der Wertaufholungen von immateriellen Vermögenswerten und Sachanlagen). Des Weiteren dient die EBITDA-Marge vor Sondereinflüssen Division von EBITDA vor Sondereinflüssen durch die Umsatzerlöse. Die Kennzahl ist nach den internationalen Rechnungslegungsvorschriften nicht definiert. , die sich aus der Relation von EBITDA vor Sondereinflüssen EBITDA zuzüglich Sonderaufwendungen und abzüglich Sondererträge. Die Kennzahl ist nach den internationalen Rechnungslegungsvorschriften nicht definiert. zu Umsatzerlösen ergibt, als relative Kennzahl zum internen und externen Vergleich der operativen Ertragskraft. Das um Sondereinflüsse bereinigte ebitda für das abgelaufene Geschäftsjahr lag bei 10.266 Mio €. Daraus ergibt sich eine ebitda-Marge vor Sondereinflüssen in Höhe von 22,2 %. (Zur näheren Erläuterung dieser Kennzahlen siehe Kapitel 14.2 „Ermittlung des EBIT(DA) vor Sondereinflüssen“.)

Die Steuerung der nachhaltigen Ausrichtung des Konzerns erfolgt durch den Vorstand und entsprechende Gremien, die Verantwortlichkeiten und Rahmenbedingungen u. a. durch Konzernregelungen vorgeben. Operativ erfolgt die Steuerung mithilfe definierter Ziele und Leistungskennzahlen in Bereichen wie Innovation, Lieferantenmanagement, Sicherheit, Produktverantwortung und Umweltschutz. Bayer hat hierzu anhand einer Materialitätsanalyse die wesentlichen Handlungsfelder ermittelt und die entsprechenden Managementsysteme, Gremien und Arbeitsgruppen implementiert, die von den Teilkonzernen umgesetzt werden. Fortwährende Überprüfung und Anpassung der Richtlinien sowie regelmäßige interne Audits stellen sicher, dass unsere Managementsysteme kontinuierlich verbessert und den jeweiligen spezifischen Anforderungen angepasst werden.