7.1 Einkauf und Lieferantenmanagement

Die Einkaufsorganisation von Bayer versorgt die internen Partner weltweit mit Waren und Dienstleistungen und handelt dabei gemäß unserer ethischen, ökologischen, sozialen und wirtschaftlichen Grundsätze. Diese sind in einer für alle Mitarbeiter bindenden Einkaufsrichtlinie festgelegt. Versorgungssicherheit, Erbringung eines finanziellen Wertbeitrags sowie die Einhaltung von Qualitäts- und Nachhaltigkeitsanforderungen sind dabei die Grundlage der Einkaufstätigkeit. Durch die zentrale Bündelung des Know-hows, die konzernübergreifende Nutzung von Verbundeffekten und Größenvorteilen sowie den Zugang zu Innovationen leistet der Einkauf einen erheblichen Wertbeitrag für den Bayer-Konzern.

Durch unsere Einkaufsaktivitäten, die im Berichtsjahr in 151 Ländern (Vorjahr 147) stattfanden und ein Einkaufsvolumen von rund 22,2 Mrd € (Vorjahr 20,3 Mrd €) bei ca. 112.500 (Vorjahr etwa 112.000) Lieferanten aus allen Bereichen umfassten, üben wir in vielen Regionen einen beträchtlichen Einfluss auf Gesellschaft und Umwelt aus.

Im Berichtsjahr betrug unser Einkaufsvolumen in Deutschland, den USA und Japan knapp 67 % unserer Ausgaben in den OECD (Organisation for Economic Cooperation and Development)-Staaten, was ca. 53 % des weltweiten Einkaufsvolumens im Konzern entspricht. Brasilien, Indien und China machten etwa 68 % der Ausgaben in Nicht-OECD-Staaten und rund 14 % der Gesamtausgaben aus.

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Einkaufsvolumen & Lieferantenanteil in OECD- und Nicht-OECD-Staaten 2015

 

 

Einkaufsvolumen

 

Anteil der Lieferanten

 

 

in Mrd €

in %

 

Anzahl

in %

OECD-Staaten

 

 

 

 

 

 

Deutschland

 

5,4

24,3

 

22.286

19,8

USA

 

5,3

23,9

 

11.515

10,2

Japan

 

1,1

4,8

 

1.888

1,7

Sonstige

 

5,8

26,3

 

43.461

38,7

Gesamt

 

17,6

79,3

 

79.150

70,4

 

 

 

 

 

 

 

Nicht OECD-Staaten

 

 

 

 

 

 

China

 

2,1

9,5

 

4.032

3,6

Indien

 

0,5

2,5

 

3.738

3,3

Brasilien

 

0,5

2,1

 

2.387

2,1

Sonstige

 

1,5

6,7

 

23.103

20,6

Gesamt

 

4,6

20,7

 

33.260

29,6

Bayer kauft nach Möglichkeit lokal ein. 2015 traf dies auf 75 % des Einkaufsvolumens an unseren Hauptgeschäftsstandorte Eine Auswahl an Ländern, in denen Bayer in Summe rund 68 % des Umsatzes generiert (USA, Puerto Rico, Deutschland, China, Brasilien, Japan, Kanada, Italien, England, Irland, Mexiko, Polen, Tschechien, Slovakei, Ungarn, Spanien, Portugal). zu, bezogen auf das gesamte, weltweite Einkaufsvolumen auf 71 %. Dadurch können wir unsere Einkaufsaktivitäten auf die Anforderungen unserer Standorte in den Regionen ausrichten und zur Stärkung der ortsansässigen Wirtschaft beitragen.

Bei Waren und Dienstleistungen von strategischer Bedeutung minimiert Bayer die einkaufsspezifischen Risiken wie Lieferengpässe oder größere Preisschwankungen durch langfristige Verträge und ein aktives Lieferantenmanagement. Damit stellen wir sowohl die globale Wettbewerbsfähigkeit des Konzerns als auch reibungslose Produktionsabläufe sicher.

Die Beschaffung indirekter und nicht produktionsrelevanter Güter erfolgt jeweils durch den größten Verbraucher („Major User“) innerhalb des Konzerns. Koordiniert wurden die einzelnen Einkaufsorganisationen im Berichtsjahr durch das „Group Procurement Committee“, das direkt an den Finanzvorstand berichtet. Der direkte und produktionsbezogene Einkauf im Konzern ist gemäß der Einkaufsstrategie von Bayer dezentral in den Teilkonzernen organisiert, um entsprechend der differenzierten Markt- und Produktionsanforderungen agieren zu können. Durch die Akquisitionen der Sparte für rezeptfreie Medikamente der Merck & Co., Inc., USA, und der Dihon Pharmaceutical Group Co. Ltd., China, sowie den Verkauf des Diabetes-Care-Geschäfts hat sich die Zusammensetzung des Lieferantenportfolios von HealthCare verändert.

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Haupteinkaufsprodukte je Teilkonzern / Segment

Haupteinkaufsprodukte

Zetia (Fertigprodukt), Cell Media Culture (Rohstoff), Betaferon (Interferon-beta-1b) (Bulkware)

Consumer Care: Supradyn (Fertigprodukt), Naproxen (Wirkstoff), Berocca (Fertigprodukt)
Radiologie: Iopamidol (Wirkstoff), Iod (Rohstoff), Cyclen (Rohstoff) Animal Health: Moxidectin (Wirkstoff), Avenge (Fertigprodukt), Baycox-Isocyanat (Zwischenprodukt)

Packmittel, Hilfsstoffe und Lösungsmittel (z. B. Rapsöl, Sojaöl, Toluol, Ammoniak), komplexe Zwischenprodukte (z. B. mehrfach fluoridierte Pyridine) und Wirkstoffe (z. B. Mancozeb)

Wesentliche Grundrohstoffe: Benzol und Phenol, Propylenoxid, Toluol, Azeton und Hexamethylendiamin.

Der Einsatz nachwachsender Rohstoffe spielt bei Bayer derzeit eine untergeordnete Rolle. Sie werden bei uns dort verstärkt eingesetzt, wo es unter technischen, wirtschaftlichen und ökologischen Gesichtspunkten sinnvoll ist.

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Die Synthese einiger Hormone erfolgt bei HealthCare über bestimmte Sterine bzw. Phytosterine. Diese entstehen als Nebenprodukt bei der Herstellung von Pflanzenölen aus Soja, Raps oder Sonnenblumen sowie bei der Holzverwertung. Palmöl oder Palmkernöl kommt aufgrund seiner geringen Konzentration an Sterinen hier nicht zum Einsatz. Zusätzlich kaufen wir verschiedene Steroide ein, die aus Diosgenin oder seinen Zwischenstufen hergestellt werden. Diese Substanz stammt größtenteils aus der Yamswurzel, die u. a. in China angebaut wird. Rohstoffe wie Wasser, Glukose, Hefe, Sojastärke, Kastor-Öl und Maisquellwasser nutzen wir darüber hinaus bei unseren Fermentierungsverfahren. Extrakte der „Centella asiatica“ kommen für einige Consumer-Care-Produkte zum Einsatz. Diese Pflanze ist in Asien weit verbreitet und gehört nicht zu den gefährdeten Arten. Große Sorgfalt legen wir auch auf den Anbau und die Ernte der Rohstoffe zur Herstellung von Arzneimitteln auf pflanzlicher Basis zur ganzheitlichen Behandlung. Sie werden gemäß den Richtlinien der GACP (Gute Praxis für die Sammlung und Anbau von Arzneipflanzen) der Europäischen Arzneimittelagentur gesammelt und angebaut.

CropScience bietet auf dem europäischen Markt ein Produkt zur schonenden Unkrautbekämpfung auf Basis von Fettsäuren an, die aus Palmöl gewonnen werden. Da die Produktion von Palmöl oft mit sozialen und ökologischen Problemen verknüpft ist, nimmt Bayer am Round Table for Sustainable Palm Oil (RSPO) teil. Bayer unterstreicht damit sein Bekenntnis zu verantwortungsvoller Materialbeschaffung und kaufte im Jahr 2015 zum zweiten Mal sogenannte Green-Palm-Zertifikate, die die nachhaltige Produktion von Palmöl fördern.

Covestro entwickelt Verfahren zur Substitution erdölbasierter Rohstoffe. So plant das Unternehmen für 2016 die kommerzielle Produktion und Markteinführung von Pentamethylen-Diisocyanat (PDI), einem Isocyanat, das aus einem neuartigen nachwachsenden Rohstoff hergestellt wird, der wiederum aus Biomasse gewonnen wird.

Nachhaltigkeit im Lieferantenmanagement

Für Bayer ist die Einhaltung von Nachhaltigkeitsstandards in der Lieferkette ein elementarer Wertschöpfungsfaktor und zugleich wichtiger Hebel zur Risikominimierung. Bei der Auswahl sowohl neuer als auch etablierter Lieferanten gelten daher neben wirtschaftlichen auch ethische und Umwelt-, Sozial- und Governance (ESG)-Standards. Diese sind im Bayer-Verhaltenskodex für Lieferanten definiert, der auf den Prinzipien des UN Global Compact sowie unserer Menschenrechtsposition fußt. Er bildet die Basis der Zusammenarbeit mit unseren Lieferanten und ist mittlerweile in 14 Sprachen online verfügbar. Der Kodex ist konzernweit in die elektronischen Bestellsysteme und Verträge integriert. Zudem sind seit 2015 in neuen und erneuerten relevanten Lieferverträgen spezielle Klauseln enthalten, die den Lieferanten zur Einhaltung der im Kodex definierten Nachhaltigkeitsanforderungen auffordern und Bayer zur Überprüfung dieser berechtigt.

Konzernziele Lieferantenmanagement

Um Nachhaltigkeit im Lieferantenmanagement konsequent voranzutreiben, hat Bayer sich ambitionierte Ziele gesetzt. Bis 2017 wollen wir alle strategisch bedeutenden Lieferanten, d. h. solche mit großem Einfluss auf das Geschäft u.a. in Bezug auf Einkaufsvolumen und Langfristigkeit in der Zusammenarbeit (3–5 Jahre) nach nachhaltigkeitsrelevanten Kriterien bewerten (Zielerreichung Stand 2015: 84 %). Bis 2020 sollen auch die Lieferanten mit einem signifikanten Einkaufsvolumen (> 1 Mio. € p.a.), die als potenziell risikobehaftet gelten, in die Bewertung einbezogen werden (Zielerreichung Stand 2015: 73 %). Grundlage der Risikodefinition ist ein länder- und materialbasierter Ansatz. Ein weiteres Ziel ist die Entwicklung und Einführung eines Nachhaltigkeitsstandards für unsere Lieferanten bis zum Jahr 2020. Hierzu arbeiten wir sowohl mit der „Together for Sustainability“ (TfS)-Initiative als auch der „Pharmaceutical Supply Chain Initiative“ (PSCI) zusammen. Ziel ist u. a., Nachhaltigkeitsbewertungen und -audits von Lieferanten in der gleichen Industrie zu standardisieren, auszutauschen und eine klare Erwartungshaltung hinsichtlich Nachhaltigkeit zu beschreiben, um entsprechende Nachhaltigkeitspraktiken bei unseren Lieferanten zu etablieren. Der TfS-Initiative gehören inzwischen 16 und PSCI 19 Unternehmen an.

Eine wesentliche Herausforderung für das nachhaltige Lieferantenmanagement im Konzern ist es, Kinderarbeit in der Saatgutlieferkette unseres Teilkonzerns CropScience zu verhindern.

Unsere Haltung zum Thema Menschenrechte ist unmissverständlich und beinhaltet unter anderem ein striktes Verbot von Kinderarbeit. Wir verpflichten daher auch unsere Lieferanten entlang unserer Lieferkette, konsequent auf Kinderarbeit zu verzichten. Seit vielen Jahren engagiert sich CropScience in Indien, Bangladesch und den Philippinen mit seinem „Child Care Program“ systematisch gegen Kinderarbeit in der Saatgut-Lieferkette. Die Felder z. B. in der Baumwoll-, Reis- und Gemüse-Saatgutproduktion werden während der Anbausaison ohne Vorankündigung von speziellen Bayer-Teams besucht, um das Alter der angetroffenen Arbeitskräfte festzustellen. Dabei werden die Zulieferer auch für diese Problematik sensibilisiert und die Anforderungen von Bayer deutlich gemacht. Dank dieses strikten Kontrollsystems, unterstützt durch lokale Aufklärungs- und Bildungsinitiativen, haben wir nur noch eine sehr geringe Anzahl von Kinderarbeit bei unseren Kontraktoren feststellen können, die wir intensiv nachverfolgen. Weitere Risikobewertungen wurden in der Gemüse- und Reissaatgutproduktion für Bayer in Thailand, China, Indonesien und Vietnam durchgeführt. Das „Child Care Program“ soll 2016 auch in diesen Ländern eingeführt werden. Den Erfolg unseres umfassenden Programms messen wir anhand der Indikatoren: Fälle von Kinderarbeit pro überprüftem km2 Anbaufläche sowie Anteil der Kinderarbeitsfälle (in %) an der Gesamtzahl der Überprüfungen der Arbeitskräfte.

Am Beispiel des letztgenannten Indikators zeigen wir im nachfolgenden Diagramm mittels der Ergebnisse unseres Feldmonitorings die Entwicklung der Beseitigung von Kinderarbeit in der indischen Baumwoll- und Gemüse-Saatgutproduktion von Bayer.

Kinderarbeitsfälle in der Produktion von Baumwoll- und Gemüsesaatgut für Bayer im Verhältnis zur Gesamtzahl der Überprüfungen1

Kinderarbeitsfälle in der Produktion von Baumwoll- und Gemüsesaatgut für Bayer im Verhältnis zur Gesamtzahl der Überprüfungen (Linien- und Balkendiagramm)Kinderarbeitsfälle in der Produktion von Baumwoll- und Gemüsesaatgut für Bayer im Verhältnis zur Gesamtzahl der Überprüfungen (Linien- und Balkendiagramm)

Nachfolgend finden Sie die Darstellung des Indikators Fälle von Kinderarbeit pro überprüftem km² Anbaufläche und weitere Informationen zu unserem „Child Care Program“.

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eingeschränkt geprüft

Kinderarbeitsfälle in der Produktion von Baumwoll- und Gemüsesaatgut für Bayer im Verhältnis zur überprüften Anbaufläche1

Kinderarbeitsfälle in der Produktion von Baumwoll- und Gemüsesaatgut für Bayer im Verhältnis zur überprüften Anbaufläche (Linien- und Balkendiagramm)Kinderarbeitsfälle in der Produktion von Baumwoll- und Gemüsesaatgut für Bayer im Verhältnis zur überprüften Anbaufläche (Linien- und Balkendiagramm)

Einmal jährlich führt die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft EY (vormals Ernst & Young), Indien, im Auftrag von Bayer unangekündigte Besuche auf Farmen durch, die nach dem Zufallsprinzip ausgewählt werden.

Lieferanten, die sich nachweislich an unser Kinderarbeitsverbot halten, erhalten von Bayer einen Bonus und Schulungen zur landwirtschaftlichen Effizienzsteigerung. Im Falle eines Verstoßes erfolgen abgestufte Sanktionsmaßnahmen, die von einer schriftlichen Verwarnung bis zur Vertragskündigung im Wiederholungsfall reichen.

Bayer betrachtet Schulbildung als Entwicklungsvoraussetzung für Kinder und als ein effektives Instrument, um die Beseitigung von Kinderarbeit voranzutreiben. Daher besuchen wir auch die Eltern aller Kinder, die wir auf den Feldern antreffen, um sie von der Wichtigkeit einer Schulbildung zu überzeugen. Dies fördern wir innerhalb unseres „Child Care Program“ mit der Initiative „Learning for Life“. Sie zielt auf die Förderung einer umfassenden schulischen Ausbildung von Kindern und Jugendlichen und reicht von der Wiedereingliederung in das reguläre Schulsystem bis hin zu berufsbildenden Maßnahmen. Zwischen 2005 und Ende 2015 konnten mit den unter „Learning for Life“ zusammengefassten Bildungsinitiativen mehr als 6.100 Kinder und Jugendliche erreicht werden.

Das „Child Care Program Advisory Council“ mit internationalen Experten und anerkannten Fachleuten unterstützt Bayer beim Schutz von Kinderrechten und das Ziel einer Saatgutproduktion ohne Kinderarbeit. Die jährliche Versammlung des Advisory Council fand im Mai 2015 in Indien statt. Schwerpunktthema war die Wirksamkeit des „Child Care Program“ und ein Projekt zu Mindestlöhnen in der Saatgutlieferkette.

Bewertung der Nachhaltigkeitsleistung unserer Lieferanten

Bayer überprüft die Einhaltung der geforderten Nachhaltigkeitsstandards mittels Online-Bewertungen und Audits bei Lieferanten vor Ort. Die Auswahl der zu bewertenden Lieferanten erfolgt durch eine Kombination aus Länder- und Materialrisiko sowie strategischer Bedeutung entsprechend unserer Konzernziele.

Die Online-Bewertungen führt EcoVadis, ein etablierter Anbieter von Nachhaltigkeitsbewertungen, für Bayer durch. Diese setzen sich aus einem vom Lieferanten auszufüllenden webbasierten, modularen Fragebogen mit begleitenden Belegdokumenten sowie einem 360-Grad-Screening zusammen. Die Bewertungskriterien umfassen die Bereiche Umwelt, Arbeitsbedingungen und Menschenrechte sowie faire Geschäftspraktiken und nachhaltiger Einkauf.

Gemeinsam mit externen, unabhängigen Auditoren führt Bayer bei seinen Lieferanten vor Ort auf Basis der PSCI- und TfS-Nachhaltigkeitskriterien Audits durch. Des Weiteren überprüfen konzerninterne Auditoren Lieferanten mit Schwerpunkt auf Gesundheit, Sicherheit, Umweltschutz und Nachhaltigkeit.

Durch die Kooperation mit den Industrie-Initiativen PSCI und TfS tauschen wir vergleichbare und qualitativ hochwertige Lieferanten-Bewertungen und/oder -Audits über die IT-Plattform der jeweiligen Initiative unter den Mitgliedern aus, um Synergien zu nutzen.

Online-Ergänzung: 3-7.1-5:

eingeschränkt geprüft
Lieferanten-Bewertungen und -Audits für 2015

 

 

2014

 

2015

1

Durch Bayer initiierte plus innerhalb der TfS-Initiative geteilte Bewertungen von Lieferanten, die für Bayer tätig sind

2

Durch Bayer initiierte und innerhalb der TfS- und PSCI-Initiative geteilte Initial- und Folge-Audits von Lieferanten, die für Bayer tätig sind

3

Health, Safety, Environment (Gesundheit, Sicherheit, Umwelt)

Nachhaltigkeits-Bewertungen1 über die EcoVadis-Plattform

 

692

 

521

Nachhaltigkeits-Audits2 durch externe Auditoren

 

56

 

71

HSE3 / Nachhaltigkeits-Audits durch interne Auditoren

 

94

 

107

Innerhalb der TfS-Initiative wurden 2015 insgesamt 2.580 Lieferanten-Bewertungen über EcoVadis und 179 Audits u.a. in China, Indien und Brasilien erfolgreich abgeschlossen. Über PSCI wurden im Berichtsjahr 40 gemeinsame und geteilte Audits bspw. in der Türkei, Brasilien und Uruguay durchgeführt.

Neben der Berücksichtigung unserer Nachhaltigkeitskriterien bei der Lieferantenauswahl führen CropScience und HealthCare vor einer Geschäftsaufnahme gesonderte Bewertungen von Lieferanten zur Lohn- und Auftragsfertigung qualitätsrelevanter Waren und Dienstleistungen durch, die sich u. a. auf die Bereiche Gesundheit, Sicherheit und Umwelt erstrecken. HealthCare verpflichtet seit 2015 neu ausgewählte Lieferanten mit einem voraussichtlichen jährlichen Einkaufsvolumen von über einer Million Euro, nach der Entscheidung zur Auftragsvergabe eine EcoVadis-Nachhaltigkeitsbewertung zu durchlaufen oder ein Vor-Ort-Audit durchführen zu lassen. Die aus diesem Anlass im Berichtsjahr überprüften Lieferanten genügten unseren Nachhaltigkeitsanforderungen.

Bayer kontrolliert zudem bei Lieferanten, die Mineralien wie Zinn, Wolfram, Tantal und Gold verarbeiten, ob diese aus sogenannten Konfliktregionen stammen. Wir wollen damit ausschließen, dass sie über Lieferketten in unsere Produkte gelangen können. Um unsere Anforderungen zu verstärken, wurde das Thema Konfliktmineralien Als Konfliktmineralien werden Mineralien bezeichnet, die in Konfliktregionen gefördert werden. Zu diesen Mineralien gehören Zinn-, Wolfram-, Tantal-Erze sowie Gold oder deren Derivate. Als Konfliktregionen, in denen bewaffnete Konflikte zur Kontrolle dieser Ressourcen ein zentrales Element darstellen, gelten vor allem der Osten der Demokratischen Republik Kongo und die angrenzenden Länder. auch in unseren Verhaltenskodex für Lieferanten aufgenommen.

Online-Ergänzung: 3-7.1-6:

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Internationale Regularien, wie der Dodd-Frank-Act in den USA, verpflichten Unternehmen, die Herkunft bestimmter Rohstoffe offenzulegen, um auszuschließen, dass Konfliktmineralien aus der Demokratischen Republik Kongo oder ihren Nachbarstaaten über Lieferketten in ihre Produkte gelangen. Bayer hat rund 100 potenziell von dieser Thematik betroffene Lieferanten befragt. Fast 60 % davon bestätigten uns, dass sie keine potenziellen Konfliktmineralien beziehen. Mit den restlichen Lieferanten befinden wir uns noch in der Klärung ihres Status.

Alle Online-Bewertungen und Audits werden umfassend analysiert und dokumentiert, um bei nicht zufriedenstellenden Ergebnissen gemeinsam mit den Lieferanten konkrete Verbesserungsmaßnahmen zu definieren, die die künftige Einhaltung der Sozial-, Ethik- und Umwelt-Standards sicherstellen. 2015 wiesen 33 Lieferanten (entspricht 6 % der überprüften Lieferanten) ein kritisches Ergebnis auf. Diese wurden von Bayer mithilfe von korrigierenden Anweisungen oder Aktionsplänen aufgefordert, die identifizierten Schwachpunkte zu beseitigen.

Online-Ergänzung: 3-7.1-7:

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Die mit den Lieferanten gemeinsam festgelegten Korrekturmaßnahmen betrafen im Berichtsjahr vor allem die Bereiche Gesundheitsschutz und Arbeitssicherheit sowie faire Geschäftspraktiken und nachhaltiger Einkauf. Die Umsetzung der geforderten Verbesserungen überprüften wir im Berichtsjahr bei 324 Lieferanten durch eine Neubewertung über die EcoVadis-Plattform, bei der ca. 73 % ihre Nachhaltigkeitsleistung relevant verbesserten. 2015 war Bayer nicht veranlasst, eine Lieferantenbeziehung allein aufgrund der Nachhaltigkeitsleistung oder schwerwiegender Nachhaltigkeitsdefizite zu beenden.

Schulungen und Dialog zum Thema Nachhaltigkeit

Mit gezielten konzernweiten Trainings unterstützen wir unsere HSEQ (Health, Safety, Environment, Quality) Englische Abkürzung für Gesundheit, Sicherheit, Umweltschutz und Qualität. - und Einkaufsmitarbeiter bei der Umsetzung unserer Nachhaltigkeitsanforderungen. Im Berichtsjahr belegten 162 von diesen Schulungen zum EcoVadis-Nachhaltigkeitsbewertungsprozess. CropScience führte zusätzliche Trainings zu Nachhaltigkeits-Audits durch. Bei HealthCare gab es für ausgewählte Einkäufer ergänzende Nachhaltigkeitsschulungen. Auch unseren Lieferanten bieten wir vielfältige Trainings- und Austauschmöglichkeiten an, um ihnen die Nachhaltigkeitsanforderungen von Bayer näherzubringen.

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Auch im Jahr 2015 richtete Bayer wieder Lieferantentage aus, die eine wichtige Dialogplattform für unsere Teilkonzerne sind. Für ausgewählte Lieferanten veranstaltete CropScience spezielle Trainings zu Qualität, Gesundheit, Sicherheit und Umwelt. Die TfS-Initiative richtete Lieferantentage in China und Brasilien aus, u. a. zu den Themen Umwelt- und Arbeitsschutz. In Indien führte PSCI eine Konferenz für Lieferanten durch, in deren Rahmen Lieferanten in Themenbereichen wie Arbeitssicherheit, Umweltschutz, Verfahrens- und Anlagensicherheit sowie Umgang mit Mitarbeitern und Unternehmensethik geschult wurden. Ergänzend bieten beide Initiativen auf ihren Websites umfassendes Informationsmaterial sowie Online-Trainings an.