7.3 Logistik

Logistik bei Bayer beinhaltet nicht nur den Transport, Umschlag oder die Lagerhaltung von Waren. Sie umfasst vielmehr die gesamte Planung, Steuerung, Koordination, Durchführung und Kontrolle aller unternehmensinternen und -übergreifenden Güter- und entsprechenden Informationsflüsse. Dabei werden nicht nur einzelne betriebliche Funktionen zu Prozessketten verbunden, sondern sämtliche Prozesse – von der Rohstoffbeschaffung bis zum Verkauf an den Endkunden – integriert. Wir arbeiten kontinuierlich an der Entwicklung von effizienten und umweltfreundlichen Logistikkonzepten mit dem Ziel, die Komplexität bei Transport und Lagerung zu reduzieren.

Der sichere Transport unserer Materialien und Produkte ist für Bayer von großer Bedeutung. Wir haben dazu weltweit gültige Managementsysteme und Richtlinien installiert, eine leistungsfähige Organisation implementiert und beauftragte Logistikdienstleister sorgfältig ausgewählt. Mehr dazu lesen Sie im Kapitel 9 „Sicherheit“.

Die konkrete Produktions- und Logistikplanung hängt von den zu transportierenden Produkten und den daraus resultierenden spezifischen Anforderungen ab. Die logistischen Prozesse sind daher bei Bayer dezentral organisiert. Jeder Teilkonzern verfügt über eigene Logistikbereiche, die den Anforderungen der unterschiedlichen Geschäftsmodelle gerecht werden.

HealthCare

Die interne Organisation „Product Supply“ steuert bei HealthCare divisionsübergreifend u. a. auch sämtliche logistische Leistungen vom Lieferanten zu eigenen Standorten, innerhalb des Produktionsnetzwerks sowie zum Kunden. Dies beinhaltet u. a. das Lager- und Transport-Management sowie die Steuerung von lieferanten-, produktions- und kundenspezifischen Materialströmen. Für die Ausführung von Lager- und Transportleistungen nutzt HealthCare sowohl interne Kapazitäten als auch externe Logistikpartner. Entsprechend dieser werden Lagerstandorte und Transportflüsse festgelegt und kontinuierlich optimiert. Service, Qualität und Kosten werden fortlaufend anhand entsprechender Richtlinien und Kennzahlen kontrolliert.

Die Auswahl des Transportmittels erfolgt grundsätzlich in einem standardisierten Verfahren zwischen Produktionsstätte und Empfängerland. Bei der Entscheidung werden Bedarf, Kosten und Umweltaspekte berücksichtigt. Diese Aspekte dienen auch der kontinuierlichen Optimierung der Transportprozesse. Dazu werden Hubs im Distributionsnetzwerk aufgebaut, Planungsprozesse optimiert und Lufttransport reduziert. Unterstützt werden diese global gesteuerten Maßnahmen durch höhere Standardisierung und Transparenz entlang der Versorgungskette.

CropScience

CropScience steuert Transport und Lagerung von Produkten über ein an Produktion und Vertrieb angepasstes mehrstufiges System. Wirkstoffe werden nach der Produktion auf ein globales Netzwerk spezieller Läger verteilt, um dann abhängig von der aktuellen Nachfrage an unsere regionalen Formulierungs- und Abfüllstandorte geliefert und dort weiterverarbeitet zu werden. Die dort produzierten fertigen Produkte werden anschließend an lokale Distributionslager in den jeweiligen Zielländern überführt, wo die Produkte gelagert und nach Abruf kommissioniert und an die Kunden versandt werden. Bei Seeds (Saatgut) läuft der Logistikprozess durch die verschiedenen Stufen der Produktion bis zum verkaufsfertigen Saatgut, das über lokale Distributionsläger an die Kunden geliefert wird.

Im Landverkehr werden von CropScience im wesentlichen Lkw eingesetzt, während im Überseeverkehr hauptsächlich Container-Schifffahrt zum Einsatz kommt. Luftfracht wird nur in Ausnahmefällen gewählt und für weniger als 1 % des Transportvolumens genutzt.

Covestro

Die Logistik von Covestro ist in den Regionen zentral in „Supply Chain Centern“ organisiert. Der Transport erfolgt durch Logistikdienstleister, die anhand strenger Sicherheits-, Umwelt- und Qualitätskriterien ausgewählt werden. Transporte werden bevorzugt auf dem Schienenweg oder intermodal, also in einer Kombination aus Straßen-/Schienentransport und Transport zu Wasser, abgewickelt. Dadurch werden die Energieeffizienz gesteigert und CO2-Emissionen verringert. Die Kunden werden aus produktionsnahen Lägern beliefert, sofern Transportzeit und Lieferzuverlässigkeit dies zulassen. Bei längeren Distanzen wird Ware in regionalen Distributionszentren zwischengelagert und dann kurzfristig ausgeliefert. Gesteuert wird die Logistik auf Grundlage eines Kennzahlen-basierten Managements, das auf Sicherheit, Umwelt sowie auf Lieferzuverlässigkeit ausgerichtet ist.