7.2 Produktion

Bayer betreibt Produktionsanlagen an mehr als 120 Standorten in 35 Ländern. An unseren Standorten setzen wir unsere Kompetenzen und Erfahrungen zur fortlaufenden Optimierung von Produktionsprozessen, -technologien und Infrastruktur ein. Denn Produktqualität sowie Material- und Energieeffizienz sind entscheidende Wettbewerbsfaktoren.

Der sichere und verantwortungsvolle Betrieb unserer Anlagen sowie die umfassende Sicherheit unserer Mitarbeiter und der Menschen in der Nachbarschaft unserer Werke stehen für Bayer an vorderster Stelle. Darüber hinaus misst Bayer dem Schutz der Umwelt sowie dem verantwortungsbewussten Umgang mit Ressourcen eine große Bedeutung zu. Entsprechende konzernweit geltende Managementsysteme sind für die Bereiche Gesundheit, Sicherheit, Umweltschutz und Qualität ( HSEQ (Health, Safety, Environment, Quality) Englische Abkürzung für Gesundheit, Sicherheit, Umweltschutz und Qualität. ) eingerichtet. Sie sind in alle Geschäftsprozesse integriert und werden regelmäßig auditiert und aktualisiert. Alle relevanten HSEQ-Leistungskennzahlen unserer Produktionsstandorte werden in einem konzernweiten Bayer-Standort-Informationssystem (BaySIS) zusammengeführt. Ausführliche Informationen zu den Themen Sicherheit, Produktverantwortung, Umweltschutz und den entsprechenden Managementsystemen finden Sie in den Kapiteln 8 "Produktverantwortung", 9 "Sicherheit " und 10 "Umweltschutz ".

HealthCare

Standorte

HealthCare betreibt weltweit Produktionsstätten, an denen Wirkstoffe hergestellt sowie Formulierungs- und Verpackungsleistungen für das Produktportfolio aller HealthCare-Divisionen erbracht werden. Unter Berücksichtigung von standort- und produktspezifischen Kriterien wird die Bedeutung der Produktionsstätten innerhalb des Netzwerks regelmäßig bewertet. Auf dieser Grundlage werden Versorgungsstrategien für Produkte sowie Standortstrategien weiterentwickelt bzw. angepasst. Die im Berichtsjahr bedeutendsten Produktions- und Formulierungsstandorte mit globaler Produktversorgung sind in der folgenden Tabelle aufgeführt.

Standorte HealthCare

Segment / Standort
Haupttätigkeit
Pharma

Bergkamen, Deutschland

Wirkstoffproduktion

Berkeley, USA

Wirkstoffproduktion auf Basis biotechnologischer Verfahren

Berlin, Deutschland

Formulierung und Verpackung

Leverkusen, Deutschland

Formulierung und Verpackung

Turku, Finnland

Formulierung und Verpackung von Intrauterinsystemen

Weimar, Deutschland

Formulierung und Verpackung

Wuppertal, Deutschland

Wirkstoffproduktion

Consumer Health

Bitterfeld-Wolfen, Deutschland

Formulierung und Verpackung

Cimanggis, Indonesien

Formulierung und Verpackung

Grenzach, Deutschland

Formulierung, Abfüllung und Verpackung

Kiel, Deutschland

Formulierung und Verpackung von Produkten für die Tiergesundheit

Myerstown, USA

Formulierung und Verpackung

Pittsburgh, USA

Herstellung von medizinischen Geräten wie Kontrastmittelinjektoren und Verbrauchsartikel

Wuppertal, Deutschland

Wirkstoffproduktion

Qualitätsmanagement

Für die Herstellung von Arzneimitteln und Medizinprodukten gelten außerordentlich strenge Qualitätsanforderungen, die auf international anerkannten Standards basieren. Ihre Einhaltung bei Bayer wird in regelmäßigen Abständen von internen Fachleuten, aber auch von Aufsichtsbehörden und externen Gutachtern geprüft.

Online-Ergänzung: 3-7.2-1:

eingeschränkt geprüft

Die Qualitätsanforderungen ergeben sich zum einen aus behördlichen Vorgaben, Genehmigungen und Zulassungen sowie relevanten Standards von Nichtregierungsorganisationen und Fachverbänden und zum anderen aus Erwartungen von Kunden. Die Anforderungen werden von HealthCare bewertet und in ein firmeninternes Qualitätsmanagementsystem (QM-System) übernommen. Das QM-System ist auf internationalen Standards der ISO (z. B. ISO 9001 und ISO 13485) und der ICH („International Conference on Harmonization of Technical Requirements for Registration of Pharmaceuticals for Human Use) sowie den Regeln zur „guten Arbeitspraxis“ ( GxP bezeichnet zusammenfassend alle Anforderungen für „gute Arbeitspraxis“, die insbesondere in der Medizin, der Pharmazie und der pharmazeutischen Chemie Bedeutung haben. Das „G“ steht für „Gut(e)“ und das „P“ für „Praxis“, das „x“ in der Mitte wird durch die jeweilige Abkürzung für den spezifischen Anwendungsbereich ersetzt, wie z. B. Good Manufacturing Practice (GMP), Good Laboratory Practice (GLP), Good Clinical Practice (GCP) oder Good Agricultural Practice (GAP). Solche Richtlinien werden zum Beispiel von der europäischen und amerikanischen Gesundheitsbehörde (Europäische Arzneimittelagentur; Food and Drug Administration, FDA) festgelegt. ) bei der Entwicklung und Herstellung von Arzneimitteln (z. B. „Good Manufacturing Practices“ (GMP), Good Distribution Practices (GDP), Good Clinical Practices (GCP)) aufgebaut. Mithilfe unseres QM-Systems implementieren und steuern wir die Qualitätssicherungsprozesse und Verantwortlichkeiten anhand festgeschriebener, dokumentierter und verbindlicher Verfahren und Methoden effektiv und transparent. Das Ziel ist es, die Qualität unserer Produkte über den gesamten Lebenszyklus und die Wertschöpfungskette dauerhaft zu sichern.

Investitionen in Sachanlagen

HealthCare investiert kontinuierlich in das globale Produktionsnetzwerk, um die Lieferzuverlässigkeit zu gewährleisten, die erforderlichen Kapazitäten bereitzustellen sowie behördliche Vorgaben zu erfüllen. Durch das aktuell größte Investitionsprogramm mit einem Gesamtinvestitionswert von mehr als 500 Mio € werden an den deutschen Standorten Wuppertal und Leverkusen weitere Produktionskapazitäten zur Herstellung von Hämophilie-A-Präparaten aufgebaut. Ein weiteres Großprojekt in Höhe von rund 100 Mio € dient dem Ausbau der Produktionskapazitäten am Standort Beijing in China.

CropScience

Standorte

Die Produkte der Bereiche Pflanzenschutz und Environmental Science werden überwiegend an eigenen Produktions- und Formulierungsstandorten hergestellt, von denen die größten in der folgenden Tabelle aufgeführt sind:

Standorte CropScience

Ort
Haupttätigkeit

Dormagen, Deutschland

Entwicklung neuer Produktionsprozesse und Herstellung von Crop-Protection- und Environmental-Science-Produkten

Frankfurt a. M., Deutschland

Herstellung von Crop-Protection- und Environmental-Science-Produkten

Nunhem, Niederlande

Produktion von Gemüsesaatgut

Kansas City, USA

Herstellung von Crop-Protection- und Environmental-Science-Produkten

Knapsack, Deutschland

Herstellung von Crop-Protection- und Environmental-Science-Produkten

Vapi, Indien

Entwicklung neuer Produktionsprozesse und Herstellung von Crop-Protection- und Environmental-Science-Produkten

Zahlreiche dezentrale Formulier- und Abfüllstandorte ermöglichen es, auf die Bedürfnisse der lokalen Märkte schnell zu reagieren. Dort werden die Wirkstoffe entsprechend den lokalen Anforderungen und der Anwendungsgebiete zu Herbiziden, Fungiziden, Insektiziden, Saatgutbehandlungsmitteln und Environmental-Science-Produkten weiterverarbeitet, konfektioniert und verpackt.

Die Produktion von Saatgut erfolgt kundennah in Europa, Asien, Nord- und Südamerika und wird entweder in eigenen landwirtschaftlichen Betrieben oder über Vertragsanbau ausgeführt.

Qualitätsmanagement

Die Herstellung unserer CropScience-Produkte erfolgt nach hohen Qualitätsstandards basierend auf der Norm ISO 9001, nach der mehr als 80 % der CropScience-Produktionsstandorte zertifiziert sind. Die Einhaltung der Herstellprozesse sowie der registrierten Produktspezifikationen wird regelmäßig durch externe Auditoren geprüft. Alle unsere Produkte sind in den jeweiligen Ländern von den dortigen Behörden zugelassen und erfüllen damit deren Vorgaben hinsichtlich Qualität und Anwendersicherheit.

Investitionen in Sachanlagen

Wir investieren fortlaufend in unser globales Produktionsnetzwerk, um Kapazitäten für neue Produkte und Technologien sowie verbesserte Herstellungsprozesse zu schaffen. Um der fortwährend steigenden Nachfrage gerecht zu werden, planen wir, unsere Investitionen in Sachanlagen deutlich zu steigern. Von 2013 bis 2016 wollen wir insgesamt rund 2,4 Mrd € in Sachanlagen investieren.

Am Standort Knapsack wurde mit dem Bau einer neuen Produktionsanlage für Pflanzenschutzmittel zur Herstellung von Methanphosphonigsäureester (MPE), einem wichtigen Vorprodukt für den Wirkstoff Glufosinat-Ammonium, begonnen. Die Investitionssumme beträgt mehr als 150 Mio €. Im September 2015 haben wir unsere Kapazität für Rapssaatgut durch eine neue Produktionsstätte in Monheim ausgebaut.

Covestro

Covestro betreibt weltweit eine Vielzahl von Standorten, davon acht World-Scale-Produktionsstätten. Darüber hinaus verfügt das Unternehmen weltweit über spezialisierte technische Zentren, die den Kunden individuell maßgeschneiderte Lösungen anbieten und für die regionale Belieferung ausgelegt sind. Covestro garantiert damit neben globaler Präsenz vor allem Kundennähe mit kurzen Lieferzeiten und flexiblem Service. In diesen Produktionsstätten verfolgt Covestro das ambitionierte Ziel, hinsichtlich Produktionsvolumen, Qualität, Effizienz und Sicherheit auch zukünftig Führungspositionen einzunehmen und weiter auszubauen. Durch die kontinuierliche technologische Verbesserung der Anlagen kommen fortschrittliche und umweltverträgliche Produktionsverfahren zum Einsatz. Der selektiv rückwärts integrierte Produktionsprozess ermöglicht Covestro, wesentliche Rohstoffe wie Chlor oder Propylenoxid intern bzw. über Joint Ventures zu beschaffen, um die Abhängigkeit von externen Bezugsquellen zu reduzieren.

Standorte

Die wichtigsten Produktionsstandorte von Covestro sind in der folgenden Tabelle dargestellt:

Standorte Covestro

Ort
Haupttätigkeit

Leverkusen, Deutschland

Produktion Coatings, Adhesives, Specialties; technische Labore; Chlor-Herstellung

Uerdingen, Deutschland

Produktion Polycarbonates und Polyurethanes (MDI); Chlorherstellung und CO-Herstellung

Dormagen, Deutschland

Produktion Polyurethanes (TDI, PET) und Coatings, Adhesives, Specialties; Chlor- und Salpetersäure-Herstellung

Baytown, USA

Produktion Polyurethanes (MDI, TDI), Polycarbonates und Coatings, Adhesives, Specialties

Shanghai und Shanghai Chemical Industry Park, China

Produktion Polyurethanes (MDI, TDI), Polycarbonates und Coatings, Adhesives, Specialties; Chlor-Herstellung

Brunsbüttel, Deutschland

Produktion Polyurethanes (MDI)

Antwerpen, Belgien

Produktion Polyurethanes (PET) und Polycarbonates

Map Ta Phut, Thailand

Produktion Polycarbonates und Coatings, Adhesives, Specialties

Im Rahmen unserer differenzierten Geschäfte betreiben wir in ausgewählten Ländern mehrere Produktionsanlagen, in denen die Abmischung und Bereitstellung von kundenindividuellen Polyurethan-Systemen („Systemhäuser“), die kundennahe Compoundierung Kunststoffveredelung zur maßgeschneiderten Optimierung des Eigenschaftsprofils durch Beimischung von Füllstoffen und Additiven. von Polycarbonat-Granulaten und die Herstellung von Halbzeugen (Polycarbonat-Platten) erfolgt. Zudem gibt es regionale Produktionsstätten für Derivate der Business Unit Coatings, Adhesives, Specialties sowie regionale Produktionsstätten für funktionale Folien aus Polycarbonat und thermoplastischen Polyurethanen.

Qualitätsmanagement

Covestro legt sehr hohe Maßstäbe an die Qualität der verwendeten Rohstoffe und deren Weiterverarbeitung zu hochwertigen Kunststoffen und Polymer-Vorprodukten an. Dazu wurde ein Qualitätsmanagementsystem implementiert, das nach dem internationalen Standard ISO 9001 zertifiziert ist. Bezogen auf den Gesamtenergieeinsatz beträgt der Zertifizierungsgrad dabei für alle berichtspflichtigen Produktions- und Nicht-Produktionsstandorte von Covestro weltweit über 99,97 %. Die Überprüfung erfolgt regelmäßig im Rahmen interner und externer Audits.

Investitionen in Sachanlagen

Zur Sicherung der Wettbewerbsfähigkeit investiert Covestro kontinuierlich in ein globales Produktionsnetzwerk, um die Produktionsanlagen und deren Infrastruktur zu erhalten, Herstellungsprozesse zu optimieren sowie im Fall profitabler Wachstumsaussichten Kapazitäten entsprechend zu erweitern. Aufgrund des erheblichen Ausbaus der Kapazitäten in den vergangenen Jahren beabsichtigt Covestro bis 2020 weniger zu investieren und sich auf Instandhaltung und Optimierung bestehender Produktionsanlagen zu fokussieren.