4. Forschung, Entwicklung, Innovation

Konzernziel 2015:

Erhöhung der F&E Investitionen auf über

4 Mrd €

Wissenschaftlich fundierte Innovationen und das Know-how unserer Mitarbeiter sind die Grundlagen unseres Unternehmenserfolgs. Um Innovationen auch in Zukunft voranzutreiben, entwickeln wir auf den forschungsintensiven Gebieten der Medizin und moderner Landwirtschaft kontinuierlich neue Moleküle, Technologien und Geschäftsmodelle, investieren in Forschungs- und Entwicklungsprojekte und erweitern unsere Aktivitäten durch gezielte Akquisitionen sowie Kooperationen mit externen Partnern (Open Innovation). Allein 2016 planen wir ca. 4,5 Mrd € in Forschung und Entwicklung zu investieren. Darüber hinaus fördern wir unsere Innovationskultur in allen Unternehmensbereichen, um den Herausforderungen unserer Zeit zu begegnen und ein profitables Wachstum für unser Unternehmen zu sichern.

Bayer verfügt über ein globales Netzwerk an Forschungs- und Entwicklungsstandorten, in denen weltweit 14.673 Forscher an der Verbesserung der Gesundheit von Mensch, Tier und Pflanze tätig sind. Die Schwerpunkte der Forschungsvorhaben werden durch die F&E-Strategien der Teilkonzerne bestimmt. Auf dieser Grundlage werden Projekte aufgesetzt, die über definierte Prozesse und Zielvorgaben in der Entwicklungspipeline gesteuert werden. Die dafür angeforderten Budgets werden jährlich geprüft und pro Bereich allokiert. Im Geschäftsjahr 2015 steigerten wir unsere Investitionen in Forschung und Entwicklung um wb. 15,9 % auf 4.281 Mio €. Bereinigt um Sondereinflüsse in Höhe von 67 Mio € (Vorjahr: 2 Mio €) entsprach dies einem Anstieg von wb. 14,1 %. Die um Sondereinflüsse bereinigte F&E-Kostenquote lag bei 9,1 % vom Umsatz. Die Entwicklung unserer F&E-Kennzahlen in den einzelnen Segmenten können der beigefügten Tabelle entnommen werden:

Angaben zu Forschung und Entwicklung 2015

 

 

F&E-Kosten

 

Um Sondereinflüsse bereinigte F&E-Kosten

 

Anteil an Konzern-F&E

 

Um Sondereinflüsse bereinigte F&E-Kostenquote

 

Mitarbeiter in Forschung und Entwicklung

 

 

2014

2015

 

2014

2015

 

2014

2015

 

2014

2015

 

2014

2015

 

 

in Mio €

in Mio €

 

in Mio €

in Mio €

 

in %

in %

 

in %

in %

 

in FTE

in FTE

Vorjahreswerte angepasst

1

Summe der Segmente plus Überleitung

HealthCare

 

2.264

2.834

 

2.260

2.768

 

64,0

66,2

 

11,8

12,1

 

7.968

8.594

Pharma

 

1.878

2.333

 

1.876

2.285

 

53,1

54,5

 

15,6

16,6

 

7.066

7.741

Consumer Health

 

386

501

 

384

483

 

10,9

11,7

 

5,5

5,3

 

902

853

CropScience

 

974

1.089

 

974

1.089

 

27,5

25,4

 

10,3

10,5

 

5.004

5.073

Covestro

 

210

262

 

213

261

 

5,9

6,1

 

1,8

2,2

 

923

1.005

Konzern1

 

3.537

4.281

 

3.535

4.214

 

.

.

 

8,6

9,1

 

13.900

14.673

Unsere eigenen Forschungskapazitäten ergänzen wir durch Kooperationen und strategische Allianzen mit Partnern aus industrieller und akademischer Forschung weltweit. Hierzu gehören führende Hochschulen, öffentliche Forschungseinrichtungen, Partnerfirmen und Start-ups, aber auch von Bayer gegründete Zentren für Wissenschaft und Innovation, die beispielsweise geeignete Labor- und Büroinfrastruktur für junge Firmen in unmittelbarer Nähe zu Bayer-Forschungseinrichtungen zur Verfügung stellen. Hinzu kommen unsere Crowdsourcing-Plattformen, über die Forscher weltweit ihre Expertise für eine Zusammenarbeit mit Bayer anbieten können. Mit der neu etablierten strategischen Innovationseinheit Bayer LifeScience Center (BLSC) wollen wir zudem die Entwicklung von entscheidenden, speziesübergreifenden Innovationen mithilfe eines Netzwerks von externen Partnerschaften vorantreiben. Auf Initiative von BLSC schlossen wir Ende 2015 einen Vertrag mit der Biotech-Firma CRISPR Therapeutics AG, Basel, Schweiz, mit dem Ziel der Entdeckung, Entwicklung und Vermarktung neuer Behandlungsmethoden für Bluterkrankungen, Erblindung und Herzerkrankungen auf Basis der CRISPR-Cas9-Technologie zur Genom-Editierung.

Darüber hinaus investieren wir in Venture Capital Fonds, die unter anderem vielversprechende Start-up-Firmen aus dem Bereich der Life Sciences umfassen insbesondere die Bereiche Gesundheit und Agrarwirtschaft. Bei Bayer sind das die Tätigkeitsfelder der Divisionen Pharmaceuticals, Consumer Health und Crop Science sowie der Geschäftseinheit Animal Health. finanzieren. Auf diesem Wege unterstützen wir die Entwicklung von neuen Therapien in Bereichen mit hohem ungedeckten medizinischen Bedarf und treiben Innovation in den Life Sciences voran.

Online-Ergänzung: 3-4-1:

eingeschränkt geprüft

Wissenschaftler unseres Unternehmens sind im ständigen Austausch mit renommierten Forschungseinrichtungen und unterstützen Partnerschaftsprojekte im öffentlichen und privaten Sektor. Davon wurden 2015 weltweit mehr als 50 Projekte durch öffentliche Fördermittel in Höhe von etwa 5 Mio € unterstützt. Dies entspricht etwa 0,1 % unserer jährlichen F&E-Aufwendungen.

Zudem engagieren wir uns in Fachverbänden, üben weltweit Lehraufträge an Hochschulen aus und laden Wissenschaftler, Studenten und Schüler regelmäßig zu Veranstaltungen, wie etwa Symposien zu gesundheitlichen Themen, oder Forschertagen für Schüler ein. Dies verstehen wir als Investition in unsere Nachwuchsförderung, denn als forschungsorientiertes Unternehmen sind wir auf sehr gut ausgebildete Talente sowie Technikakzeptanz in der Gesellschaft angewiesen.

Unsere Innovationskraft fördern wir nicht nur durch die Erhöhung des Forschungs- und Entwicklungsbudgets und Ausweitung externer Kooperationen, sondern auch durch die Stärkung unserer internen Innovationskultur, die Begeisterung und Kreativität, Experimentierfreude sowie Kundenfokus und Zusammenarbeit von allen Bereichen unterstützt. In diesem Zusammenhang starteten wir in den letzten Jahren eine Vielzahl an Programmen und Initiativen, die zum einen die Leistungen unserer Wissenschaftler anerkennen und ihnen über geeignete Plattformen und Projekte wissenschaftlichen Austausch und teilkonzernübergreifende Zusammenarbeit an den wissenschaftlichen Themen ermöglichen. Zum anderen geben sie aber auch den Mitarbeitern aller Unternehmensbereiche Möglichkeiten, zur gemeinschaftlichen Ideenfindung oder Problemlösung beizutragen.

Online-Ergänzung: 3-4-2:

eingeschränkt geprüft

In der folgenden Tabelle sind die bedeutendsten Programme / Initiativen zur Stärkung der Innovationskultur bei Bayer aufgeführt:

Programme / Initiativen zur Stärkung der Innovationskultur

Programm
Ziel
Arbeitsweise

„Life Sciences Fund“

Stärkung interdisziplinärer Forschung in den Life Sciences

Unterstützt seit 2012 Wissenschaftler aus HealthCare und CropScience bei gemeinsamen Projekten, in denen Krankheiten besser verstanden, Wirkmechanismen entschlüsselt, Therapien personalisiert oder Resistenzmechanismen aufgeklärt werden.

„Expert Career“

Stärkung der Anerkennung für wissenschaftliche Erfolge

Initiative des Innovationsvorstands, die unsere führenden Experten in Forschung und Entwicklung im Rahmen der „Expert Career“ durch teilkonzernübergreifenden, wissenschaftlichen Austausch fördert.

Otto-Bayer-Medaillen

Auszeichnung wissenschaftlicher Erfolge

Forschungspreis für herausragende Entwicklungsarbeiten, der alle zwei Jahre an Wissenschaftler-Teams von Bayer vergeben wird.

„Hype“

Kollektive Ideendefinition zur Informationstechnologie

Intranet-basierte Plattform für die gemeinschaftliche Ideenentwicklung unserer Mitarbeiter. Die vielversprechendsten Ideen erhalten ein initiales Startbudget, mit dem ein interdisziplinäres Team das Konzept fokussiert in wenigen Wochen weiter erarbeitet.

„WeSolve“

Gemeinschaftliche Lösungsfindung

Aktuelle Fragestellungen aus Forschung und Entwicklung, Marketing oder Produktion werden über die interne WeSolve-Plattform bekanntgegeben, gemeinsam von Mitarbeitern aller Teilkonzerne und Servicegesellschaften diskutiert und die besten Lösungsansätze identifiziert.

Betriebliches Vorschlagswesen: „Bayer-Ideen-Pool“ und „Ideen Forum“

Förderung innovativer Ideen aus dem Arbeitsumfeld

Nutzung und Prämierung von Mitarbeitervorschlägen zur Verbesserung von Prozessen und Verfahren sowie der Arbeitssicherheit und des Gesundheitsschutzes. 2015 wurden insgesamt 5.446 Ideen eingebracht. Die im Berichtsjahr abgeschlossenen Verbesserungsvorschläge (VV) wurden zu rund 46 % realisiert. Allein im ersten Jahr der Umsetzung ergaben die berechneten VV eine Einsparung von über 9 Mio €. Für die verwirklichten VV wurden im 2015 Prämien in Höhe von rund 2 Mio € an unsere Mitarbeiter ausgezahlt.

Für ein Innovationsunternehmen wie Bayer ist der weltweit zuverlässige Schutz seines geistigen Eigentums von besonderer Relevanz. Der Bayer-Konzern strebt in den bedeutenden Märkten Patentschutz für seine Produkte und Technologien an. Der Schutz, den ein Patent bietet, ist von Land zu Land unterschiedlich und hängt von Art und Umfang des erteilten Patentanspruchs sowie von den jeweils bestehenden Möglichkeiten zur Geltendmachung unserer Rechte ab. Ende 2015 besaßen wir weltweit rund 7.200 geschützte Erfindungen mit den dazugehörigen etwa 66.700 in Kraft befindlichen Patentanmeldungen und Patenten.

Online-Ergänzung: 3-4-3:

eingeschränkt geprüft

Patentlaufzeiten unterscheiden sich in Abhängigkeit von den Gesetzen des Landes, das das Patent erteilt hat. Die Mitgliedsstaaten der Europäischen Union, die USA, Japan und einige weitere Länder verlängern die Patentlaufzeit oder gewähren ergänzende Schutzzertifikate zur Kompensation eines Verlusts von Patentlaufzeit aufgrund der arzneimittelrechtlichen Zulassungsverfahren und der hohen Investitionen in Produktforschung und -entwicklung. Wir streben eine derartige Verlängerung überall dort an, wo dies möglich ist.

Im Allgemeinen beträgt die Laufzeit eines Patents 20 Jahre. Da beispielsweise die Entwicklung eines neuen Medikaments im Durchschnitt zwölf Jahre dauert, bleiben in der Regel nach der Zulassung nur acht Jahre Patentschutz. Ohne Patentschutz wäre es in den meisten Fällen nicht möglich, die erheblichen Kosten zu decken, die bei der Forschung und Entwicklung innovativer Arzneimittel bzw. Indikationen und Anwendungsformen entstehen. Wir setzen uns deshalb weltweit sowohl für den Schutz des internationalen Patentsystems als auch den Schutz unseres geistigen Eigentums ein. Mehr dazu lesen Sie in unseren politischen Grundsätzen auf unserer Internetseite.