11. Gesellschaftliches Engagement

Im Mittelpunkt der Förderstrategie von Bayer stehen Menschen, die in den Natur- und Lebenswissenschaften sowie in den zentralen Lebensbereichen Gesundheit, Bildung und soziale Grundbedürfnisse neue Wege der Problemlösung gehen, mit dem Ziel, die Lebensverhältnisse dauerhaft zu verbessern. Dies gilt ebenfalls für den weiteren Schwerpunkt: die Sport- und Kulturarbeit. Wir verstehen uns mit unseren Förderprogrammen als Investor, Impulsgeber und Partner für Initiativen und Projekte, die Modellcharakter haben, nachhaltig wirken und dadurch das Potenzial für systemische Veränderungen haben.

Die strategische Ausrichtung und Koordination sowie das Monitoring und Reporting liegen im Bereich „Foundation & Donations-Management" im Vorstandsstab der Bayer AG. Grundlage hierfür sind konzernweite Vergabe- und Management-Regelungen. Die Umsetzung einer Vielzahl der Initiativen erfolgt in Kooperationen mit Partnerorganisationen wie beispielsweise Nicht-Regierungsorganisationen in den Landesgesellschaften. Über die Vergabe von Projektförderungsmitteln entscheidet in der Regel eine unabhängige Jury aus internen und externen Mitgliedern.

Im Jahr 2015 investierten wir weltweit insgesamt 51 Mio € (Vorjahr: 49 Mio €) in gemeinnützige Aktivitäten. Dadurch wollen wir zur Verbesserung der Lebensqualität an unseren Unternehmensstandorten und zur Lösung gesellschaftlicher Aufgaben beitragen.

Gesellschaftliches Engagement im Jahr 2015

Gesellschaftliches Engagement in 2015 (Tortendiagramm)Gesellschaftliches Engagement in 2015 (Tortendiagramm)

Online-Ergänzung: 3-11-1:

eingeschränkt geprüft

Gesundheit und soziale Grundbedürfnisse

Die Bayer Cares Foundation zeichnete im Jahr 2015 die gemeinnützige Initiative „Jourvie“ mit dem „Aspirin Sozialpreis“ aus. Mit dem Preisgeld für den ersten Platz in Höhe von 15 T € kann eine bereits erfolgreiche App zur Therapie-Unterstützung bei Essstörungen weiterentwickelt und weiterverbreitet werden. Mit der Initiative „Discovering Hands“, Preisträger 2014, ging die Stiftung eine Kooperation ein, um das in Deutschland bereits etablierte, im Bereich der Sozialmedizin beispielhafte Projekt in weiteren Ländern einzuführen. Blinde Frauen, ausgebildet zu Medizinischen Tastuntersucherinnen, engagieren sich mithilfe ihres außergewöhnlichen Tastsinns in der Früherkennung von Brustkrebs bei Frauen. Erstes Pilotland außerhalb Deutschlands ist Kolumbien, ein weiterer Projektpartner ist die Lateinamerikanische Entwicklungsbank.

Seit Start des Bayer-Ehrenamtsprogramms im Jahr 2007 zunächst in Deutschland und seit 2013 weltweit unterstützte die Bayer Cares Foundation 550 ehrenamtliche Projekte in 65 Ländern, in denen sich Mitarbeiter und Bürger für die Verbesserung der Lebensverhältnisse in der Nachbarschaft der Unternehmensstandorte engagieren. Im Jahr 2015 nahm die Stiftung 100 Projekte in 38 Ländern mit einem Fördervolumen von insgesamt rund 304 T € insbesondere aufgrund innovativer Lösungsansätze in das Programm auf.

Bayer engagiert sich in einer Initiative für das Ziel, bis zum Jahr 2020 zehn sogenannte vernachlässigte Tropenkrankheiten, die das Leben von 1,4 Milliarden Menschen bedrohen, zu eliminieren oder einzudämmen. Wir stellen Medikamente zur Bekämpfung dieser Krankheiten zur Verfügung und beteiligen uns an Kooperationen zur Entwicklung neuer Medikamente. Partner in dieser globalen Initiative sind die Weltgesundheitsorganisationen (WHO), Regierungen, Nicht-Regierungsorganisation und weitere Unternehmen. Schwerpunkte, die dem Produktportfolio von Bayer entsprechen, sind die Chagas-Krankheit, die afrikanische Schlafkrankheit, Dengue und die Flussblindheit.

Bereits seit über zehn Jahren stellen wir der WHO kostenlos unsere Wirkstoffe gegen die Afrikanische Schlafkrankheit und die in Lateinamerika verbreitete Chagas-Krankheit zur Verfügung. Zur Bekämpfung der Chagas-Krankheit lieferten wir im Jahr 2015 erneut eine Million Tabletten des Medikaments Lampit™ (Wirkstoff: Nifurtimox 120 mg) und stellten zudem 300 T USD für Logistik und Distribution bereit. Darüber hinaus entwickeln wir derzeit eine geringer dosierte Nifurtimox-Tablette, um die Behandlung von an Chagas erkrankten Kindern zu vereinfachen.

Die Zahl der Patienten, die an der vor allem in Ost- und Südafrika verbreiteten Form der Afrikanischen Schlafkrankheit erkrankt sind, nimmt erfreulicherweise kontinuierlich ab. Daher konnten wir 2015 unsere Lieferung an die WHO auf 10.000 Ampullen Germanin™ mit einem Wert von 114 T € reduzieren. Für die Bekämpfung der am stärksten verbreiteten, westafrikanischen Ausprägung der Schlafkrankheit stellten wir erneut 300.000 Tabletten mit dem Wirkstoff Nifurtimox für die Kombinationstherapie mit dem Wirkstoff eines anderen Herstellers zur Verfügung. Zudem vereinbarten wir mit der WHO, die Unterstützung für Patienten in der Demokratischen Republik Kongo, dem am stärksten von der Schlafkrankheit betroffenen Land, weiter auszubauen.

In einer neuen Produktentwicklungs-Partnerschaft mit der „Drugs for Neglected Diseases Initiative“ zur Flussblindheit untersuchen wir, ob der bisher in der Tiermedizin eingesetzte Wirkstoff Emodepside auch im Menschen wirksam ist, wodurch eine signifikante Verkürzung der Behandlungszeit erreicht werden könnte.

Auch im Jahr 2015 unterstützte Bayer wieder Menschen, die durch Naturkatastrophen in akute Not geraten sind. Wir leisteten beispielsweise eine Medikamenten- und Geldspende im Gesamtwert von 400 T € für die vom Erdbeben betroffenen Menschen in Nepal. An der Hilfe für die Opfer der Flut in Myanmar beteiligten wir uns mit einer Geldspende sowie der Lieferung von Wasserreinigungs-Tabletten im Wert von insgesamt 25 T €.

Der Hilfsorganisation Health Partners International of Canada (HPIC) spendeten wir Antibiotika im Gesamtwert von knapp 1,9 Mio € für die medizinische Behandlung von Menschen in Krisengebieten und humanitären Notsituationen.

Darüber hinaus stellten wir Hilfsorganisationen und Behörden in der Türkei, Griechenland und Österreich kostenfrei Medikamente im Wert von insgesamt knapp 1,5 Mio € zur medizinischen Versorgung von Flüchtlingen zur Verfügung.

Bildung und Wissenschaft

Pionierleistungen in den Life Sciences umfassen insbesondere die Bereiche Gesundheit und Agrarwirtschaft. Bei Bayer sind das die Tätigkeitsfelder der Divisionen Pharmaceuticals, Consumer Health und Crop Science sowie der Geschäftseinheit Animal Health. und der medizinischen Grundlagenforschung zu honorieren und bekannt zu machen, ist das primäre Ziel der ebenfalls im Jahr 2015 wieder von der Bayer Science & Education Foundation vergebenen Preise.

Trägerin des Familie-Hansen-Preises 2015 ist die aus Frankreich stammende Infektionsforscherin Prof. Dr. Emmanuelle Charpentier vom Helmholtz-Zentrum in Braunschweig, Deutschland. Ihr verdankt die Wissenschaft bedeutende Erkenntnisse auf dem Gebiet der Genom-Editierung. Der Bayer Early Excellence in Science Award und der Bayer Thrombosis Resarch Award, unsere beiden Preise zur Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses, gingen 2015 an junge Forscher aus Deutschland und den USA für ihre Erfolge in Arbeitsgebieten der Medizin, Biologie und Chemie sowie speziell der Thrombose-Forschung.

Das Unternehmen vergab 187 Stipendien an talentierte Studierende, Postgraduierte sowie Auszubildende in den Bereichen Natur-, Lebens- und Agrarwissenschaften sowie Medizin, um insbesondere Auslandsprojekte zu ermöglichen. Im Bereich unserer Schulförderung feierte die Initiative „Making Science Make Sense“ in den USA 20-jähriges Jubiläum: Auf ehrenamtlicher Basis gehen mehrere Hundert Mitarbeiter regelmäßig in Grundschulen und vermitteln mit alltagsnahen Experimenten die Faszination und praktische Bedeutung der Naturwissenschaften. Ähnliche Programme, die sich mit dem gleichen Ziel an junge Menschen richten, setzte Bayer 2015 in über 20 Ländern um.

Unsere Landesorganisationen kooperierten hierfür mit Museen, Universitäten und weiteren Bildungsträgern, laden Schüler in unternehmenseigene Schülerlabore ein oder fahren mit „Forschungs-Trucks“ zu den Schulen.

In Deutschland stand die Förderung innovativer Unterrichtsprojekte mit insgesamt rund 500 T € für 63 konkrete Maßnahmen an 57 Schulen und weiteren Bildungseinrichtungen in 31 Städten im Vordergrund, ergänzt durch die Vergabe von Reise-Stipendien und die Unterstützung von Schülerwettbewerben. Zudem fuhr das Humboldt-Bayer-Mobil, ein Forschungslabor auf Rädern, regelmäßig Schulen an und boten die vier Schülerlabore „Baylabs“ Schulklassen eine professionelle Infrastruktur – allein diese Einrichtungen nutzen im Jahr 2015 über 20.000 Schülerinnen und Schüler.

Anlässlich der großen Zuwanderung von Flüchtlingen nach Deutschland erweiterte die Bayer Science & Education Foundation ihre Programmpalette in der naturwissenschaftlichen Schulbildung gezielt für die Zielgruppe Flüchtlingskinder. Gemeinsam mit dem Berliner Senat und weiteren Bildungsorganisationen startete die Stiftung ein einzigartiges Pilotprojekt, die „Science4Life Academy“.

Erstmals werden Materialien für den Naturwissenschafts-Unterricht speziell für Kinder ohne Deutsch-Kenntnisse entwickelt, in den Unterricht eingeführt und Lehrer gezielt fortgebildet. Zudem bietet unser Unternehmen talentierten Schülern über Praktika und Mentoring Chancen auf individuelle Talentförderung. Zu unseren weiteren Unterstützungsmaßnahmen für Flüchtlinge gehört unter anderem ein berufsvorbereitender Kurs für Flüchtlinge im Alter zwischen 18 und 26 Jahren mit Sprachtraining und Berufswahl-Orientierung.

Sport und Kultur

Bayer baute im Jahr 2015 sein Kulturangebot weiter aus. Wir setzten weiterhin insbesondere auf die Nachwuchsförderung und nahmen neue Künstler in das Förderprogramm „stART“ auf. Ein weiterer Schwerpunkt war es, Jugendlichen verstärkt den Zugang zum Theater zu ermöglichen. Zudem intensivierte die Kulturabteilung den Dialog mit den Bürgerinnen und Bürgern. Insgesamt setzte Bayer im Jahr 2015 rund 120 Veranstaltungen in den Sparten Musik, Tanz, Theater und Kunst um.

Im Rahmen der „Versionale“, eines Wettbewerbs für Theaterregie, waren beispielsweise erstmals Theater- und Kulturschaffende aufgefordert, kurze szenische Arbeiten zum Thema „Science For A Better Life“ zu entwickeln.

Die Bayer-Vereine leisteten erneut einen wesentlichen Beitrag zum breiten Sportangebot an den deutschen Standorten in Nordrhein-Westfalen. Die großen Vereine wurden zudem verstärkt als professionelle Dienstleister im betrieblichen Gesundheitsmanagement des Unternehmens tätig. Für die Aktivitäten im Breiten-, Behinderten- und Leistungssport stellte Bayer im Jahr 2015 rund 14 Mio € zur Verfügung.

Das Engagement im Profifußball bei der Bayer 04 Leverkusen GmbH ist nicht Teil unserer gemeinnützigen Sportförderung, sondern ein Instrument der Imagewerbung des Konzerns.