9.3 Transportsicherheit

Die Transportsicherheit besitzt innerhalb der Bayer-Sicherheitskultur einen hohen Stellenwert. Das gilt für den Transport von Materialien auf öffentlichen Transportwegen, insbesondere für die Beförderung von Gefahrgut. Dazu gehören verschiedene Vorgänge, wie das Be- und Entladen, die Klassifizierung, Kennzeichnung und Verpackung sowie die richtige Wahl von Logistikpartnern.

In einer speziellen Konzernrichtlinie haben wir Vorgehensweisen festgelegt, die sicherstellen, dass alle transportierten Materialien entsprechend den einzuhaltenden Vorschriften und ihrem jeweiligen Gefährdungspotenzial gehandhabt werden. Logistikdienstleister werden nach einem festgelegten Verfahren ausgewählt und hinsichtlich ihrer Sicherheits- und Qualitätserfüllung bewertet. Der Richtlinie entsprechend sind in allen betreffenden Unternehmensbereichen Verantwortliche für Transportsicherheit benannt. Im Rahmen unserer Responsible-Care-Aktivitäten werden auch für Nicht-Gefahrgüter Transportsicherheitsanweisungen erstellt und Distributions-Sicherheits-Audits durchgeführt. Damit gehen wir über die gesetzlichen Anforderungen des Transportrechts hinaus. Ziel von Bayer ist es, weltweit ein angemessenes und identisch hohes HSEQ (Health, Safety, Environment, Quality) Englische Abkürzung für Gesundheit, Sicherheit, Umweltschutz und Qualität. -Niveau zu erreichen und es kontinuierlich zu verbessern, dies gilt insbesondere auch für Transportprozesse. Das Transportsicherheits- und Transport-Security-Management unserer Teilkonzerne ist Teil des Audit-Systems des Bayer-Konzerns, das in der 2015 aktualisierten Konzernregelung „Gesundheits-, Sicherheits-, Umweltschutz- und Qualitäts (HSEQ)-Audits“ festgelegt ist.

Die Teilkonzerne haben außerdem ein Netzwerk aus Experten für Transportsicherheit und praxiserfahrenen Anwendern eingerichtet, um Wissen und Verfahrensweisen bei Transport- und Distributionssicherheit sowie Security einschließlich des Notfallmanagements und der Ereignismeldung zu teilen und zu harmonisieren. Als globales Forum für den Austausch von Informationen und die Standardisierung von Verfahrensweisen zwischen den Teilkonzernen fungiert die „Platform Transportation Safety“. 2015 lagen die Schwerpunkte der Zusammenarbeit u. a. auf den Themen Vorschriften-Management, Trainings im Bereich Transportsicherheit und deren weltweite Nutzung, die Überprüfung interner Prozess-Anweisungen sowie die Bewertung und Auswahl unserer Logistik-Dienstleister.

Insgesamt wurden im Jahr 2015 weit über eine Million Transportbewegungen unternommen. Trotz unserer umfangreichen Sicherheitsvorkehrungen und -trainings kann es dabei zu Transportereignissen kommen, da Restrisiken bestehen bleiben. Als Transportereignisse erfassen wir kritische Ereignisse während der Beförderung unserer Produkte. Dazu zählen etwa Unfälle mit Personen- oder erheblichem Sachschaden, die Beeinträchtigung der Umwelt durch frei werdende Stoffe oder der Austritt gefährlicher Güter. Wir nehmen die Transportereignisse nach festgelegten Kriterien auf. Bewertungsmaßstäbe sind die ausgetretene Ladung, gestaffelt nach Menge und Gefahrgutklasse, Personenschäden oder blockierte Transportwege. Dabei berücksichtigen wir sowohl eigene als auch von uns beauftragte und bezahlte Chemikalientransporte von Dritten. Alle Transportereignisse werden von uns detailliert analysiert und bewertet, um adäquate Maßnahmen zu ihrer zukünftigen Vermeidung ergreifen zu können.

Transport- und Umweltereignisse

Konzernziel 2020:

Reduktion der Transportereignisse um

30 %

Die Anzahl der Transportereignisse beträgt wie im Vorjahr zwölf und ist erneut zum größten Teil auf Unfälle im Straßenverkehr zurückzuführen.

In den vergangenen Jahren ereigneten sich die Transportereignisse überwiegend bei Covestro. Daher verzichten wir als Life-Science-Unternehmen zukünftig auf die Fortführung unseres Konzernziels. Stattdessen soll die Zahl der Unfälle durch vorbeugende Maßnahmen so gering wie möglich gehalten werden.

Online-Ergänzung: 3-9.3-1:

eingeschränkt geprüft
Transportereignisse nach Transportmitteln

 

 

2011

 

2012

 

2013

 

2014

 

2015

Straße

 

6

 

6

 

8

 

11

 

11

Schiene

 

1

 

0

 

0

 

1

 

1

Binnenschiff

 

0

 

0

 

0

 

0

 

0

Seeschiff

 

0

 

0

 

3

 

0

 

0

Flugzeug

 

0

 

0

 

0

 

0

 

0

Pipeline

 

0

 

0

 

0

 

0

 

0

Gesamt

 

7

 

6

 

11

 

12

 

12

Die Zahl der Umweltereignisse ist im Jahr 2015 von vier auf zwei gesunken. Unter Umweltereignissen verstehen wir Vorkommnisse im Rahmen unserer Geschäftstätigkeit, bei denen es zum Austritt von Stoffen in die Umwelt kommt. Faktoren für die Berichtspflicht sind insbesondere Art und Menge des Stoffs, entstandene Schadenshöhe oder etwaige Folgen für Anwohner. Gemäß unserer internen Selbstverpflichtung berichten wir bei austretenden Stoffen mit einem hohen Gefährdungspotenzial ab einer Menge von 100 kg.

Online-Ergänzung: 3-9.3-2:

eingeschränkt geprüft
Anzahl der Umweltereignisse

 

 

2011

 

2012

 

2013

 

2014

 

2015

Umweltereignisse

 

3

 

5

 

10

 

4

 

2

Insgesamt hatten wir im Berichtsjahr 13 Ereignisse zu verzeichnen, da eines der Umweltereignisse gleichzeitig auch als Transportereignis einzustufen war. In der nachfolgenden Tabelle finden Sie eine Gesamtübersicht der Transport- und Umweltereignisse.

Online-Ergänzung: 3-9.3-3:

eingeschränkt geprüft

Umwelt- und Transportereignisse 20151

Umwelt
Transport
Personen­schaden

Covestro, Illinois, USA, 15.01.2015
Auf einem LKW-Parkplatz traten aus einem undichten Tankwagen ca. 7.600 Liter 36 %-ige Salzsäure aus und gelangten in eine Abwasserleitung und von dort weiter verdünnt in die Abwasserbehandlung. Es kam weder zu Verletzungen noch zu Gefährdungen.

x

Nein

Covestro, Hubli, Indien, 18.01.2015
Bei einem LKW-Transportunfall traten aus dem Fahrzeug ca. 1.200 kg Produkt (Gefahrgut Polyisocyanat) aus. Fachpersonal sorgte für eine fachgerechte Abwicklung und Entsorgung.

x

Nein

Covestro, Kalifornien, USA, 7.02.2015
Ein Tanklastwagen wurde während der Beladung unbeabsichtigt überfüllt, sodass rd.1.150 Liter TDI (Gefahrgut) in den Auffangbereich der Abfüllstation ausliefen. Es gab keine Verletzungen oder Gefährdungen.

x

Nein

Covestro, Ward Creek, USA, 31.05.2015
Bei einem Unfall verlor eine umgestürzte Sattelzugmaschine 1.500 Liter MDI, das auf die Straße und in die Umgebung auslief. Dieser Unfall wurde auch als Umweltereignis eingestuft. Das Produkt wurde fachlich entsorgt. Es gab keine verletzten Personen.

x

x

Nein

Covestro, Helsinki, Finnland, 4.06.2015
Bei einem Fahrzeug-Transportunfall auf einem Postgelände wurde ein IBC2 beschädigt. Dabei trat eine nicht quantifizierte Menge (maximale Füllmenge des IBC 1.000 kg) des Produkts Bayhydrol aus. 24 Personen waren durch den Produktaustritt gefährdet, davon wurden 12 Personen vorsorglich im Krankenhaus untersucht und am selben Tag wieder entlassen. Das Produkt wurde fachmännisch aufgenommen und entsorgt.

x

Nein

Covestro, Budapest/Sibiu, Ungarn, 8.06.2015
Bei einem Verkehrsunfall eines Tanklastwagens kam der Fahrer des Fahrzeugs ums Leben. Es trat kein Produkt aus.

x

Ja

Covestro, Antwerpen, Belgien, 18.08.2015
Aufgrund einer fehlerhaften Bedienung beim Umfüllvorgang zwischen einem Tankcontainer und einem sogenannten FlexiTank platzte Letzterer auf und verlor ca. 6.000 kg Desmophen (kein Gefahrgut). Es kam weder zu Verletzungen noch zu Gefährdungen.

x

Nein

Covestro, Dormagen, Deutschland, 3.09.2015
Bei einem Entladevorgang kam es zu einem unbeabsichtigten Produktaustritt von etwa 150 Liter Salpetersäure (Gefahrgut). Ein Mitarbeiter, der mit der Säure in Berührung kam, wurde vorsorglich in einem Krankenhaus behandelt und konnte anschließend seine Arbeit wieder aufnehmen. Eine Untersuchung der Umweltauswirkungen wurde eingeleitet.

x

Ja

Covestro, Laredo, USA, 28.09.2015
Ein Gabelstapler durchstach ein mit Desmodur (TDI) befülltes Fass. 150 kg des Produkts liefen dabei auf die Verladerampe aus. Es wurde fachmännisch aufgenommen und entsorgt.

x

Nein

Covestro, Seelze, Deutschland, 30.09.2015
Aus einem undichten Bahn-Kesselwagen liefen ca. 100 Liter 30 %-iger Salzsäure aus. Es kam weder zu Verletzungen noch zu Gefährdungen. Eine Untersuchung des Vorfalls wurde eingeleitet.

x

Nein

Covestro, Köln, Deutschland, 28.10.2015
Während einer LKW-Beladung durchstach ein Gabelstapler unbeabsichtigt ein mit Desmodur I (Gefahrstoff) gefülltes Produktfass. 150 Liter Produkt liefen auf den Boden des Lagers aus und wurden fachmännisch aufgenommen und entsorgt. Es kam zu keiner Personenverletzung oder Umweltbeeinträchtigung.

x

Nein

Covestro, Martinsburg, USA, 9.12.2015
Ein LKW-Fahrer bemerkte eine Leckage an seinem Tankfahrzeug. Ursache war ein undichtes Fass gefüllt mit Desmodur. Die eingeschaltete Feuerwehr nahm die ausgelaufene Flüssigkeit auf der Fahrbahn mit Bindemittel auf. Das restliche Produkt wurde in ein neues Fass umgefüllt.

x

Nein

Covestro, Charleston, USA, 16.12.2015
Bei einem Verkehrsunfall kam es bei einem Tank-LKW zu einer Leckage mit einem Produktaustritt von knapp 1.900 Liter eines Polyalkohols. Die Feuerwehr schloss die Leckage, wodurch ein Austritt in die Umwelt verhindert werden konnte. Der Fahrer des LKW wurde bei dem Unfall verletzt und in einem Krankenhaus behandelt.

x

Ja

1 Bayer erfasst generell jeden Todesfall, der uns im Zusammenhang mit unserer Geschäftstätigkeit gemeldet wird. Eine Differenz zwischen der Anzahl der Todesfälle in der Tabelle 3.9.1 Arbeitsunfälle und der Tabelle 3.9.2-3 kann sich dadurch ergeben, dass wir bei den Arbeitsunfällen definitionsgemäß ausschließlich Todesfälle von Bayer-Mitarbeitern und Kontraktoren-Mitarbeitern, die unter unmittelbarer Bayer-Aufsicht standen, angeben.

2 IBC (Intermediate Bulk Container)

Das folgende Ereignis wurde registriert und analysiert, gilt jedoch nach Bayer-Kriterien nicht als Umwelt- oder Transportereignis.

Weitere Ereignisse, die nicht die Bayer-Kriterien für Umwelt- oder Transportereignisse erfüllen

Ereignisstätte
Beschreibung
Erläuterung

CropScience, Muskegon, USA, 5.10.2015

Eintritt von geringen Mengen Produkt in das kommunale Abwassersystem

Am Standort Muskegon kam es zu einem geringen Eintritt von Produkt in das kommunale Abwassersystem. Die Gemeinde beanstandete die dadurch hervorgerufene Geruchsbelästigung. Die zuständigen Behörden wurden vorsorglich informiert. Es kam zu keiner Gefährdung. Aufgrund der geringen Menge ist das Ereignis nicht als Umweltereignis einzustufen.