9.2 Verfahrens- und Anlagensicherheit

Unser Ziel ist es, unsere Verfahren und Anlagen so sicher zu gestalten und zu betreiben, dass keine unvertretbaren Risiken für die Beschäftigten, die Umwelt und die Nachbarschaft entstehen. Um die Sicherheit unserer Produktionsanlagen und Prozesse weltweit zu verbessern, arbeitet Bayer kontinuierlich an der Weiterentwicklung der Sicherheitskultur und den entsprechenden Standards zur Erkennung und Bewertung der von ihnen ausgehenden Risiken. Gleichzeitig fördern wir regelmäßig die Kompetenz der betreffenden Mitarbeiter. In der entsprechenden Konzernregelung „Verfahrens- und Anlagensicherheit“ sind weltweit einheitliche Verfahren und Standards vorgeschrieben.

Online-Ergänzung: 3-9.2-1:

eingeschränkt geprüft

Als wesentliche Maßnahme zum Erhalt und zur Verbesserung des Sicherheitsbewusstseins wurde das weltweit verbindliche Schulungsprogramm für alle Bayer-Mitarbeiter, die in ihrem beruflichen Umfeld Verfahrens- und Anlagensicherheit beeinflussen können, weiter verbessert. Das Schulungsprogramm zur Verfahrens- und Anlagensicherheit ist in den HSEQ (Health, Safety, Environment, Quality) Englische Abkürzung für Gesundheit, Sicherheit, Umweltschutz und Qualität. -Managementsystemen der Teilkonzerne verankert. Für Handwerker und Chemikanten in den Produktionsanlagen wurde die Schulung als Präsenz- und Web-Based-Training etabliert.

Das zentrale Kompetenzzentrum für Verfahrens- und Anlagensicherheit des Bayer-Konzerns mit der konzernübergreifenden HSEQ-Plattform „Process and Plant Safety" in Leverkusen, Deutschland, wurde organisatorisch und personell gestärkt. Zusammen mit den regionalen Kompetenzzentren an den Standorten Shanghai, China sowie Kansas City, USA, arbeitet es eng in einem fachlichen Netzwerk mit den Anlagensicherheitsfachleuten der Produktionsstandorte in aller Welt zusammen. Zur Verbesserung unseres Risikoanalyseprozesses wurde in diesem Jahr versuchsweise ein zusätzliches System-Audit zu Vollständigkeit und Inhalt unserer Sicherheitsbetrachtungen durchgeführt. Diese Qualitätsverbesserungsmaßnahme soll im nächsten Jahr bei HealthCare und CropScience verpflichtend eingeführt werden.

Online-Ergänzung: 3-9.2-2:

eingeschränkt geprüft

Unsere Fachleute arbeiten in internationalen Arbeitsgruppen des European Chemical Industry Council (Europäischer Chemieverband – CEFIC) und des American Petroleum Institute an der Entwicklung eines globalen Berichtsstandards für Kennzahlen zur Anlagensicherheit. Zudem pflegen wir national und international auf Industrieebene einen intensiven Erfahrungsaustausch.

Konzernziel 2020:

Verringerung der Ereignisse im Bereich Verfahrens- und Anlagensicherheit (LoPC-IR) um 30%

Für alle Bayer-Anlagen gilt eine weltweit einheitliche Kennzahl für Anlagensicherheitsereignisse, genannt Loss of Primary Containment (LoPC-Stofffreisetzung/Leckagen), die in das konzernweite Sicherheitsberichtswesen integriert ist. Unter LoPC versteht man z. B. den Austritt von Chemikalien oberhalb definierter Mengenschwellen aus ihrer ersten Umhüllung wie Rohrleitungen, Pumpen, Tanks oder Fässern. Der LoPC ist somit ein Indikator für Ereignisse in den Produktionsanlagen. Mittels der LoPC-Incident-Rate (LoPC-IR) ermitteln wir die Zahl der LoPC-Ereignisse bezogen auf 200.000 Arbeitsstunden in den für Anlagensicherheit relevanten Bereichen. Diese lag 2015 bei 0,22 (Vorjahr 0,23).

Quote der Anlagensicherheits-Ereignisse (LoPC-IR)

 

 

2012

 

2013

 

2014

 

2015

LoPC-IR (Loss of Primary Containment Incident Rate)

 

0,38

 

0,35

 

0,23

 

0,22

Mehr zum Vorgehen bei LoPC-Ereignissen erfahren Sie unter:

Online-Ergänzung: 3-9.2-3:

eingeschränkt geprüft

Jedes gemeldete Ereignis wird hinsichtlich seiner Ursachen sorgfältig analysiert. Die Auswertungen ergeben Hinweise darauf, wie die Sicherheit in den bestehenden Anlagen weiter verbessert werden kann. Das Ergebnis der Ursachenanalyse wird konzernweit publiziert. Die Einführung der Messgröße „LoPC-IR“ und des o. g. weltweit etablierten Schulungsprogramms hilft uns dabei, das Sicherheitsbewusstsein der Mitarbeiter zu schärfen.

Die Meldeschwelle wurde so niedrig gesetzt, dass auch solche Stoff- und Energiefreisetzungen systematisch erfasst und berichtet werden, die keine Auswirkungen auf Mitarbeiter, Nachbarn oder die Umwelt haben. Dieser Ansatz folgt dem Anspruch, dass die Integrität unserer Anlagen immer gewahrt bleibt.

Als übergeordnetes Frühwarnsystem für den Konzern gilt das umfassende, weltweit gültige Notfall-Meldesystem Bayer Emergency Response System (BayERS). Die Teilkonzerne und Servicegesellschaften haben ihre internen Meldewege in das BayERS integriert und daran angepasst.

Online-Ergänzung: 3-9.2-4:

eingeschränkt geprüft

Die Bearbeitung eines außergewöhnlichen Ereignisses fällt in die Zuständigkeit der lokalen Krisenorganisation bzw. der lokalen Gefahrenabwehr. Hierfür wurden an den Standorten bzw. in den Ländern organisatorische Vorkehrungen mit festgelegter Verantwortung und Vorgehensweise implementiert, in die wir – je nach Situation – Geschäftspartner und unser Standortumfeld einbinden.