10.5 Abfall und Recycling

Durch systematisches Abfallmanagement werden Materialverbräuche und Entsorgungsmengen möglichst gering gehalten. Dazu dienen nach Abfallarten getrennte, sichere Entsorgungswege und ökonomisch sinnvolle Recyclingverfahren. Einfluss auf die Abfallmengen und Verwertungswege haben außerdem Produktionsschwankungen und Sanierungsarbeiten an Gebäuden und auf Betriebsgeländen.

Im Jahr 2015 stieg die Gesamtmenge des erzeugten Abfalls um 4,9 %. Während die Menge des nicht-gefährlichen Abfalls um 2,5 % sank, nahm die Menge des erzeugten gefährlichen Abfalls um 11,1 % zu. Diese Verschiebung ist im Wesentlichen auf eine neue abfallrechtliche Bewertung der Wirbelschichtasche aus dem Kraftwerk im Chempark Leverkusen zurückzuführen, die nun als gefährlicher Abfall eingestuft werden muss. Darüber hinaus führten Produktionssteigerungen an den Standorten Wuppertal, Deutschland, und Muttenz, Schweiz, zu höheren Mengen an gefährlichem Abfall.

Erzeugter1 Abfall

 

 

2011

 

2012

 

2013

 

2014

 

2015

1

Nur von Bayer erzeugter Abfall

2

Definition von gefährlichem Abfall entsprechend der jeweiligen lokalen Gesetzgebung

Gesamtabfallerzeugung (in 1.000 t / a)

 

958

 

1.014

 

899

 

896

 

940

Erzeugung gefährlichen Abfalls2

 

474

 

603

 

467

 

487

 

541

davon gefährlicher Abfall aus der Produktion

 

354

 

397

 

417

 

442

 

488

Spezifische Menge gefährlicher Produktionsabfälle (in %)

 

3,23

 

3,54

 

3,77

 

3,89

 

4,18

Die Menge der entsorgten Abfälle ist um 5,6 % gestiegen. Der Anstieg ist hauptsächlich auf den Bau von neuen Produktionsanlagen am Standort Knapsack, Deutschland, zurückzuführen. Mehr zur Verteilung des Abfalls auf die unterschiedlichen Entsorgungsarten finden Sie unter:

Online-Ergänzung: 3-10.5-1:

eingeschränkt geprüft
Abfall nach Entsorgungsart

 

 

2011

 

2012

 

2013

 

2014

 

2015

1

Bayer dient an verschiedenen Standorten als zertifizierter Abfallentsorgungsbetrieb und entsorgt dort zusätzlich zu seinen Abfällen auch die Abfälle dritter Firmen, die nicht zu Bayer gehören. Deshalb ist die Menge der entsorgten Abfälle leicht unterschiedlich zu den Abfällen, die von Bayer produziert worden sind.

2

Z. B. Abgabe an Dritte (Provider/Entsorgungsdienstleister)

Gesamtmenge entsorgten Abfalls1 (in 1.000 t / a)

 

966

 

1.021

 

915

 

898

 

949

davon zur Deponie (in %)

 

38

 

36

 

32

 

28

 

26

davon zur Verbrennung (in %)

 

33

 

33

 

38

 

40

 

39

davon zur Verwertung (in %)

 

28

 

29

 

27

 

29

 

31

Andere2 (in %)

 

1

 

2

 

2

 

3

 

4

Im Berichtsjahr lag die Menge wiederverwerteter Abfälle bei 295.826 t. Ihr Anteil an den insgesamt entsorgten Abfällen stieg von 29 % im Jahr 2014 auf 31 % im Berichtsjahr. Hierfür waren jeweils standortspezifische Gründe, wie Veränderungen im Produktportfolio, andere Produktionsvolumina, Schwankungen der Baumaßnahmenintensität und Recyclingprojekte ausschlaggebend.

Erzeugter gefährlicher Abfall1 nach Entsorgungsart

 

 

2011

 

2012

 

2013

 

2014

 

2015

1

Nur von Bayer erzeugter Abfall

2

Definition von gefährlichem Abfall entsprechend der jeweiligen lokalen Gesetzgebung

Gesamtmenge erzeugten gefährlichen Abfalls2

 

474

 

603

 

467

 

487

 

541

davon zur Deponie

 

122

 

175

 

53

 

65

 

75

davon zur Verbrennung / Verwertung

 

352

 

428

 

414

 

422

 

466

Recycling

Die Wiederverwendung und Aufbereitung unserer Materialien unterliegt neben ökologischen und ökonomischen Kriterien auch gesetzlichen Auflagen. Insbesondere im Arzneimittel- und Pflanzenschutzbereich bestehen dadurch Beschränkungen. Innerhalb des gesetzlichen Rahmens entwickeln wir in allen Unternehmensbereichen Möglichkeiten für die Wiederverwertung. Beispiele für Recyclingmaßnahmen belegen das Engagement von Bayer.

Online-Ergänzung: 3-10.5-2:

eingeschränkt geprüft

Produktionsbezogen findet Recycling bei HealthCare nach den Vorgaben des jeweiligen Produktionsstandorts statt. Hierbei werden Recyclingoptionen bei der Bestimmung des besten Entsorgungswegs explizit mit einbezogen und sind der finalen Entsorgung durch Deponierung oder Verbrennung vorzuziehen.

Stoffbezogenes Recycling spielt bei der Wirkstoff- und Zwischenprodukt-Produktion von CropScience eine wichtige Rolle. Im Sinne der Ressourceneffizienz werden Lösungsmittel, Katalysatoren und Zwischenprodukte immer wieder aufgearbeitet und dem Produktionsprozess zugeführt. Da es sich hierbei um Recyclingschritte handelt, die eng mit dem jeweiligen Produktionsverfahren gekoppelt sind, gibt es keine globale Regelung. Stoffbezogenes Recycling wird individuell am Produktionsstandort und den jeweiligen Produktionsbetrieben geregelt. In der globalen Verfahrensentwicklung für Wirkstoffe und Zwischenprodukte wird das stoffliche Recycling als ein wichtiges Entwicklungskriterium mit einbezogen. Entsprechend der globalen CropScience-Umwelt-Policy sind die CropScience-Standorte verpflichtet Abfälle zu vermeiden, zu recyceln, zu reduzieren sowie sicher und umweltgerecht zu entsorgen.

Die Auswahl der jeweils besten Entsorgungsoption für einen gegebenen Abfall am Produktionsstandort richtet sich bei den Teilkonzernen nach den geltenden nationalen oder lokalen gesetzlichen Anforderungen, den vor Ort verfügbaren technischen Möglichkeiten, den Umweltschutzaspekten sowie der internen Hierarchie der Abfallentsorgung.

Produktbezogen kommt für das HealthCare-Portfolio kein Recycling in Frage, da es sich um pharmazeutische Produkte handelt und diese strengen Qualitätsanforderungen unterliegen. Das Recycling von Verpackungsmaterialien erfolgt gemäß den nationalen Bestimmungen im Rahmen der nationalen Infrastruktur für die Entsorgung von Abfällen.

Verkaufte Pflanzenschutzmittel werden in der Regel von CropScience nicht zurückgenommen. Die Entsorgung bzw. das Recycling von Verpackungsmaterialien erfolgt entsprechend nationaler Gesetzgebungen. In vielen Ländern, in denen keine gesetzliche Regelung besteht, hat die Industrie in Zusammenarbeit mit anderen Trägern Rücknahmesysteme installiert.

Abgelaufene Pflanzenschutzmittel, sogenannte „obsolete stocks“, werden bis auf begründete Einzelfälle nicht zurückgenommen. Seitens der Pflanzenschutzmittel-Industrie gibt es in verschiedenen Ländern aber freiwillige Initiativen, die es dort dem Landwirt ermöglichen, abgelaufene Pflanzenschutzmittel einer fachgerechten Entsorgung zuzuführen. Zusätzlich unterstützt CropScience im Rahmen seiner Aktivitäten im CropLife-Verband zusammen mit der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) und der Weltbank die fachgerechte Aufnahme und Entsorgung von „obsolete stocks“ in Afrika.

Covestro verwendet auch in der Produktion Recycling-Material, das aus Kunststoffabfällen gewonnen wird. Solche hochwertigen Sekundärrohstoffe werden zur Herstellung bestimmter Typen technischer Thermoplaste eingesetzt – eine flammgeschützte Kunststoff-Mischung für Gehäuse von Fernsehgeräten zum Beispiel besteht zu 30 % aus wiederverwerteten PET-Wasserflaschen.

Der Bereich Global Sideline Business (Nebengeschäfte) veräußert nicht mehr benötigte Anlagen und Werkzeuge am Markt und führt sie damit in den Kreislauf zurück. Im Berichtsjahr wurden weltweit ca. 150 Sachanlagen an Dritte verkauft. Metallschrott aus Betrieben wird wieder in den Wertstoffkreislauf zurückgeführt, 2015 waren dies alleine in Deutschland rund 1.600 t.

Covestro engagiert sich in Verbänden wie PlasticsEurope für Recycling und in der Initiative „Zero Pellet Loss“ für die Vermeidung von Kunststoffgranulatverlusten aus Industriebetrieben. Ferner unterstützt das Unternehmen als Gesellschafter die BKV GmbH, das Kompetenzplattform für Kunststoff-Verwertung der deutschen Industrie.

Currenta konnte durch klassische Recyclingmaßnahmen im Jahr 2015 rund 45.000 t Baustoffe, REA-Gips ist Gips, der aus den Abgasen von Rauchgasenschwefelungsanlagen (Abk. „REA“) gewonnen wird. und Schlacken, 14.300 t Metalle sowie 15.800 t Chemikalien wie Schwefelsäure oder Lösemittel in den Stoffkreislauf zurückführen.