10.6 Biodiversität

Unsere konzernweite Biodiversitäts-Position berücksichtigt Einflüsse auf die Biodiversität entlang der gesamten Wertschöpfungskette. Wir bekennen uns in dieser Position zur Biodiversitäts-Konvention der Vereinten Nationen und deren Nagoya-Protokoll, das den Zugang zu genetischen Ressourcen und die ausgewogene und gerechte Aufteilung der Vorteile, die sich aus ihrer Nutzung ergeben, regelt. Unser Teilkonzern CropScience hat bereits 2015 eine interne Regelung erlassen, um sicherzustellen, dass genetische Ressourcen vom Unternehmen nur im Einklang mit internationalen und gültigen nationalen Gesetzen erworben und genutzt werden.

Online-Ergänzung: 3-10.6-1:

eingeschränkt geprüft

Die Biodiversität ist eine wichtige Voraussetzung für eine erfolgreiche Landwirtschaft, da sie die Widerstandsfähigkeit von Ökosystemen fördert. Zur Unterstützung resilienter Ökosysteme werden verschiedene ökologische Aufwertungsmaßnahmen diskutiert, wie etwa das Anlegen von Blühstreifen als Lebensraum für Tiere oder eine extensivere Bewirtschaftung von Hanglagen als Schutz gegen Erosion. Diese können Landwirten helfen, beispielsweise die Bodenfruchtbarkeit ihrer Felder, deren Wasserregulierung oder die Bestäubungsaktivitäten von Insekten zu verbessern und damit ihre Erträge zu steigern.

Auch für HealthCare besitzt der Erhalt der biologischen Vielfalt einen hohen Stellenwert. Daher unterstützen wir als Mitglied im Verband Forschender Arzneimittelhersteller dessen Position zum UN-Übereinkommen über die biologische Vielfalt. Die diesbezügliche, für alle HealthCare-Standorte gültige Policy berücksichtigt u. a., dass sich HealthCare auf die chemische Synthese von Substanzen unter Anwendung moderner Technologien der medizinischen, kombinatorischen oder computergestützten Chemie konzentriert. Die Erforschung von Naturstoffen ist kein Schwerpunkt unserer Arbeit, sondern betrifft nur weniger als 5 % unserer Forschungsprojekte. Kommen diese bei der Erforschung neuer Arzneimittel zum Einsatz, werden sie im Vorfeld im Hinblick auf die Biodiversitäts-Konvention überprüft.

Konzernweit gültige Richtlinien legen fest, dass neue Produktionsstandorte nicht in Gebieten errichtet werden dürfen, die durch gesetzliche Vorgaben der jeweiligen Länder hinsichtlich natürlicher Eigenart, biologischer Vielfalt oder anderer Aspekte geschützt sind.

Online-Ergänzung: 3-10.6-2:

eingeschränkt geprüft

Bayer Real Estate, der Immobiliendienstleister im Bayer-Konzern, hat 2013 anhand unserer globalen Standortdatenbank („Site Register“) einen Koordinatenabgleich zwischen unseren relevanten Produktions-Standorten und international anerkannten Schutzgebieten (ASEAN Heritage, Barcelona Convention, UNESCO-MAB Biosphere Reserve, Wetlands and World Heritage Convention und Ramsar-Konvention) vorgenommen. Dieser Abgleich ergab drei Standorte, die weniger als drei Kilometer von den Schutzgebieten Schorren van de Benenden Schelde, Belgien, Niedersächsisches Wattenmeer, Deutschland, und Blesbokspruit in Südafrika entfernt liegen. Aufgrund wesentlicher Portfolioveränderungen im Konzern (Eigenständigkeit von Covestro, vormals MaterialScience, und Verkauf des Diabetes-Care-Geschäfts sowie die Übernahme des Consumer-Care-Geschäfts von Merck & Co., Inc.) planen wir für 2016 einen neuen Koordinatenabgleich mit einem aktualisierten Umfang von Produktions-Standorten.