10.2 Energieeinsatz

Im Berichtsjahr konnten wir den Gesamtenergieeinsatz um 2,5 % auf 83,2 Petajoule reduzieren. Grundsätzlich unterscheiden wir zwischen dem Primärenergieeinsatz in Form von meist fossilen Energieträgern für die Eigenerzeugung von Strom und Dampf sowie dem Sekundärenergieeinsatz, der den Zukauf von Strom, Dampf und Kälte sowie den Einsatz von Prozesswärme wiedergibt.

Der Primärenergieeinsatz sank um 5,7 %. Die Reduktion von Erdgas machte dabei den größten Anteil aus, der hauptsächlich durch effizientere Anlagenfahrweise am Standort Uerdingen, Deutschland, erreicht wurde. Der Einsatz von Kohle lag etwa auf dem Vorjahresniveau, der Verbrauch von Flüssigbrennstoffen und anderen Primärenergiequellen konnte hingegen reduziert werden. Der Einsatz von Abfällen lag deutlich über dem des Vorjahres, was im Wesentlichen auf den Einsatz flüssiger Abfälle zur energetischen Nutzung am Covestro-Standort Caojing, China, zurückzuführen ist. Der Sekundärenergieeinsatz stieg um 1,1 %. Der Einsatz von Strom sank, dagegen stieg der Verbrauch von Dampf und Prozesswärme an (siehe Tabelle Energieeinsatz im Bayer-Konzern).

Ausschlaggebend für den gesunkenen Gesamtenergieeinsatz (Primär- und Sekundärenergiequellen) ist der geringere Energiebedarf an den deutschen Standorten Leverkusen und Uerdingen. Darüber hinaus führte die teilweise Stilllegung von Produktionsanlagen am Standort Belford Roxo, Brasilien, zu einer Minderung des Gesamtenergieeinsatzes.

Konzernziel 2020:

Verbesserung der Energieeffizienz um

10 %

Die produzierte Verkaufsmenge ist im Jahr 2015 um 2,7 % angestiegen. Im Berichtsjahr konnten wir unsere Energieeffizienz, die wir als Gesamtenergieeinsatz in Megawattstunden (MWh) pro Tonne produzierter Verkaufsmenge definiert haben, gegenüber dem Vorjahr von 3,37 MWh / t auf 3,34 MWh / t leicht verbessern. Diese Entwicklung bestätigt den in den Vorjahren festgestellten Trend zur Entkopplung der produzierten Verkaufsmenge vom Energieeinsatz. Dies bringt uns dem Konzernziel näher, die Energieeffizienz bis 2020 um 10 Prozent zu verbessern.

Energieeinsatz im Bayer-Konzern

 

 

2011

 

2012

 

2013

 

2014

 

2015

1

Z. B. Wasserstoff

2

Dem Sekundärenergieeinsatz für elektrischen Strom wird der jeweilige nationale Rohstoffmix zugrunde gelegt.

3

Energieeffizienz: Quotient aus Gesamtenergieeinsatz und produzierter Verkaufsmenge, die in diesem Fall für Covestro die bei der Produktion anfallenden Nebenprodukte Natronlauge und Salzsäure sowie Handelsprodukte nicht berücksichtigt

Primärenergieeinsatz für die Eigenerzeugung von Strom und Dampf (in TJ)

 

50.096

 

49.047

 

47.582

 

45.572

 

42.996

Erdgas

 

31.162

 

30.411

 

29.796

 

31.580

 

28.813

Kohle

 

16.776

 

15.954

 

15.094

 

12.611

 

12.755

Flüssigbrennstoffe

 

660

 

656

 

416

 

421

 

350

Abfall

 

515

 

1.005

 

1.282

 

833

 

1.523

Andere1

 

983

 

1.021

 

994

 

127

 

−445

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Sekundärenergieeinsatz (per saldo, in TJ)

 

34.846

 

34.137

 

33.266

 

39.745

 

40.186

Strom2

 

25.475

 

25.849

 

25.560

 

27.177

 

25.977

Dampf

 

1.054

 

−121

 

−801

 

3.579

 

4.694

Dampf aus Abwärme (Prozesswärme)

 

9.000

 

9.144

 

9.146

 

9.639

 

9.974

Kälte

 

−683

 

−735

 

−639

 

−650

 

−459

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Gesamtenergieeinsatz (in TJ)

 

84.942

 

83.184

 

80.848

 

85.317

 

83.182

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Energieeffizienz3 (in MWh/t)

 

3,63

 

3,50

 

3,44

 

3,37

 

3,34

In unserer Eigenenergieerzeugung setzen wir zu mehr als 90 % die Kraft-Wärme-Kopplung ein. Diese effizienten Kraftwerke wandeln ca. 80 % der eingesetzten Brennstoffenergie in die Nutzenergien Strom und Wärme um. Darüber hinaus beschaffen wir Strom am Markt, beispielsweise über Strombörsen. Die erzeugte und zugekaufte Elektrizität und Wärme werden in unseren Produktionsanlagen sowie in den Anlagen Dritter, insbesondere der Lanxess Deutschland GmbH als weiterem Anteilseigner unserer Servicegesellschaft Currenta, eingesetzt. Der Anteil erneuerbarer Energien wird durch die Energiemixe unserer Energieversorger bestimmt. In unserem CDP (vormals Carbon Disclosure Project) ist eine unabhängige „Not-For-Profit“-Organisation, die sich im Auftrag von Analysten und Investoren für die transparente Berichterstattung von Treibhausgas-Emissionen und der Wassernutzung (Water Disclosure Report) durch Unternehmen einsetzt. CDP veröffentlicht jährlich zwei Klima-Ratings: Der Grad und die Qualität der Offenlegung von klimarelevanten Daten sind ausschlagend für den „Climate Disclosure Leadership Index“ (CDLI). Die am besten bewerteten Unternehmen bilden zudem den „Climate Performance Leadership Index“ (CPLI). (vormals Carbon Disclosure Project)-Bericht nehmen wir zu diesen Themen detailliert Stellung.